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Kosten im Nahverkehr Senioren sollten nur Kurzstrecke zahlen

Fahrscheine für Senioren sollen günstiger werden. Daran arbeitet die Koalition. Erika Pfreundschuh von der Frankfurter Senioren-Union stellt ihr Konzept vor.

Rollator-Verkehrssicherheitstraining für Senioren
Barrierefreiheit ist wichtig für Senioren ? ob in Frankfurt oder in Schwerin (Foto). Foto: Jens Büttner (dpa-Zentralbild)

Frau Pfreundschuh, warum sollten Fahrscheine für Senioren günstiger werden?
Um Senioren die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, und damit sie Einkäufe erledigen oder zum Arzt fahren können. Viele Senioren haben kein Auto, weil sie es sich nicht leisten können, oder fahren nicht mehr selbst. Doch bei den Preisen, die wir im Frankfurter Nahverkehr haben, müssen Senioren wirklich rechnen, ob sie sich die Bahn-Fahrt leisten können oder nicht. Ich fände es schlimm, wenn Senioren nicht mehr am Senioren-Kaffee teilnehmen können, weil die Fahrt dorthin zu teuer ist.

 

Im RMV gibt es schon vergünstigte Tickets für Senioren: die 65-plus-Monats- und Jahreskarte.
Gut, dass es sie gibt. Aber die Anschaffung einer solchen Monats- oder Jahreskarte ist immer noch recht teuer. Und sie wird nicht regelmäßig genutzt. Nicht alle Senioren fahren täglich mit der Bahn durchs RMV-Gebiet.

 

Sollten wohlhabende Alte genauso viel für Fahrscheine zahlen wie Senioren mit Frankfurt-Pass?
Ich stelle mir die Praktikabilität vor. Wie wollen sie die Gruppe, die knapp über der Einkommensgrenze des Frankfurt-Passes liegt – die ehemalige Sekretärin, die eine geringe Rente hat – ausweisen?

 

Die Stadt könnten die Einkommensgrenze für den Frankfurt-Pass – derzeit 912 Euro netto im Einfamilienhaushalt – anheben.
Ich würde lieber den Begriff Generationengerechtigkeit gebrauchen. Ein älterer Mensch hat eine ganz gewaltige Lebensleistung erbracht. Wenn er diese recht bescheidene Ermäßigung von der Gesellschaft zurück bekommt, die ihm wiederum die Teilnahme an der Gesellschaft ermöglicht, ist das doch nur gerecht.

 

Die Ermäßigung sollte nicht an das Renteneinkommen oder den Frankfurt-Pass gekoppelt werden?
Nein, sondern ans Alter, so wie es in vielen anderen Ländern üblich ist.

Was sollte solch eine Fahrkarte kosten?
Im idealen Fall sollte sie dem Preis der Kurzstrecke entsprechen.

Also 1,85 Euro pro Fahrt durch Frankfurt statt 2,90 Euro.
Ja. Dieses Ticket wird von Senioren am häufigsten gebraucht. Dann müsste der RMV auch keine Automaten umrüsten.

Finden Sie den RMV insgesamt preiswert oder eher zu teuer?
(lacht) Den neuen kilometerabhängigen „Smart-Tarif“ finde ich überhaupt nicht gut, der führt zu abstrusen Preisen. Die Fahrt von Bergen-Enkheim, wo ich wohne, in die Stadt und zurück, kostet mehr als sieben Euro. Da überlegt doch jeder, ob man das bezahlt oder nicht. Insgesamt liegt der RMV im Städtevergleich schon ziemlich weit oben.

Verliert der RMV durch das Seniorenticket nicht Einnahmen?
Wenn sehr viel mehr Senioren den Nahverkehr nutzen, wird sich das kostenmäßig nicht auswirken. Bei der Clever-Card für Schüler und Auszubildenden hat das auch funktioniert.

Interview: Florian Leclerc

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