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Konzert im Botanischen Garten Schlüssel zu versteckten Orten

Die Reihe der „Wilden Sonntage“ endet mit einem Konzert des „King Baumgardt Duos“ im Botanischen Garten Frankfurt.

Wilder Sonntag
April King und Matthias Baumgardt im Botanischen Garten. Foto: Michael Schick

Während Insekten auf den Wiesen herumschwirren und Blüten zum Bestäuben suchen, tönt die kräftige Stimme von April King am Sonntagnachmittag durch den Botanischen Garten. Zum letzten Termin des „Wilden Sonntages“ in diesem Jahr, veranstaltet von Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne), sind rund 200 Zuschauer in die etwas versteckt gelegene Grünanlage zwischen Palmengarten und Grüneburgpark gekommen, um den Blues-Klängen des „King Baumgardt Duos“ zu lauschen.

Auf der kleinen Veranda vor dem Teich, am Eingang des Parks, intoniert die Sängerin aus Kentucky: „Sweeter than a Honey Bee“ – süßer als eine Honigbiene – zu den Gitarrenklängen ihres Partners Matthias Baumgardt. Auch ein Mundharmonika-Spieler begleitet das Duo bei einigen Stücken. Das Publikum sitzt davor auf Bierbänken und mitgebrachten Klappstühlen oder im Gras. Auf Schildern vor den hoch bewachsenen Ufern des Teiches steht „Großseggen-Ried“ und „Schilf-Röhricht“geschrieben. Seerosen blühen. Kaum ein Plätzchen ist noch frei. Einige Besucher haben sich ihre Sitzgelegenheiten weiter hinten, abseits der Menge an einem kleinen Bachlauf aufgestellt, andere stehen. Füße und Hüften wippen im Takt der Musik. Teils wird bei Coversongs, unter anderem von Janis Joplin, leise mitgesungen. Immer wieder gibt es Szenenapplaus.

Die sechsteilige kostenlose Veranstaltungsreihe sei ein „durchschlagender Erfolg“, berichtet Heilig am Rande des Konzerts. Vor fünf Jahren hat die Umweltdezernentin die Reihe, die während der hessischen Sommerferien stattfindet, ins Leben gerufen und im ersten Jahr mit „Lesungen unter schönen Baumstandorten“ begonnen. Dieses Mal gab es einen Poetry Slam vor der Ruine des abgebrannten Goetheturms. In einem Eschersheimer Privatgarten, in dem nur weiß blühende Pflanzen wachsen, trat eine Flötistin auf. Weitere Konzerte gab es am Lohrberg von der Ethno-Funk-Band „Kick La Luna“ sowie klassische Gitarrenmusik von Heike Matthiesen im alten Goldsteiner Wasserwerk. Zur Führung am „Monte Scherbelino“ im südlichen Stadtwald, der sonst für die Öffentlichkeit geschlossen ist, seien mit 250 in diesem Jahr die meisten Teilnehmer gekommen, berichtet Heilig. Bei allen Veranstaltungen zusammen seien es mehr als 1000 gewesen.

„Es gibt so viele versteckte Orte“, sagt die 61-Jährige, die das Programm als „Kür“ neben ihren täglichen Aufgaben als „Dienstleisterin der Stadt“ betrachtet und insbesondere junge Künstlerinnen fördern will. Künftig möchte Heilig mehr junge Zuschauer gewinnen. Musikalisch könne sie sich „alles außer bayerischer Volksmusik“ vorstellen. Konkrete Pläne für das kommende Jahr gebe es noch keine.

Einen Ort, der bereits in der Reihe bespielt wurde, würde Heilig gerne noch mal besuchen: den Park der Villa Meister der Gründerfamilie der Hoechst AG, in Sindlingen. Heilig schwärmt von der Kastanienallee in dem Park. Aber auch private Gärten würde die Umweltdezernentin gerne erneut bespielen. In der Konzertpause wirbt sie bei den Zuschauern darum, ihre Gärten zu öffnen.

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