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Klimaschutz in Frankfurt Kohlekraftwerk stilllegen

Frankfurter Umweltverbände dringen auf einen Plan für einen raschen Ausstieg aus der Kohle. Das Kraftwerk im Gutleutviertel müsse so schnell wie möglich stillgelegt werden.

HKW West
Klimaschützer fordern das Aus für das Heizkraftwerk West im Frankfurter Gutleutviertel. Foto: peter-juelich.com

Der Frankfurter Energieversorger Mainova sollte das mit Kohle betriebene Heizkraftwerk West im Gutleutviertel so schnell wie möglich stilllegen. Das haben Vertreter der Frankfurter Gruppen von Klimattac und Greenpeace am Donnerstag gefordert. Sie forderten die Stadtpolitik und die Stadtwerke-Tochter auf, einen Plan zum Ausstieg aus der Kohlekraft zu erarbeiten. Übergangsweise könne Gas als Ersatz dienen, hieß es.

Das Heizkraftwerk am Main stoße jedes Jahr eine Million Tonnen Kohlendioxid aus. Der Ausstoß von Kohlendioxid sei aber die Hauptursache für die Erderwärmung und deren Folgen, argumentierten die Gruppen. Sie wiesen auf das Ziel hin, die globale Erwärmung auf weniger als zwei Grad gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung zu begrenzen. „Wenn wir so weitermachen wie bisher, ist es kaum noch möglich, das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen, mahnte Jürgen Eiselt von der Klimattac Arbeitsgruppe Frankfurt. Erst im Jahr 2050 die Energieversorgung Frankfurts zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien abzudecken, wie sich das die Stadt vorgenommen hat, sei viel zu spät, sagte er.

Eiselt kritisierte zudem, dass die städtische Verkehrsgesellschaft VGF „schwarz fahre“, also mit Kohle. In der Tat geht aus dem Nachhaltigkeitsbericht 2016 des städtischen Unternehmens hervor, dass es seit 2014 nicht mehr Ökostrom von Mainova bezieht, sondern Strom, der im Heizkraftwerk West aus Steinkohle gewonnen wird. Der Vertrag mit der Mainova läuft bis Ende 2019.

Ernüchtert zeigten sich die Klimaschützer über das Ergebnis einer Anfrage an die Mainova, die Parteien und den Frankfurter Magistrat. Aus den Antworten gehe hervor, dass diese die Wucht, mit der die Klimakrise komme, unterschätzten. Am ehesten ihren Forderungen nahe kommt die Linke. Die Fraktion will in einem aktuellen Antrag an das Stadtparlament dieses dazu bringen, den Magistrat aufzufordern, ein Konzept dafür vorzulegen, wie ein Kohleausstieg schon 2030 abgeschlossen sein könnte. Sie verweisen darauf, dass die Betriebsgenehmigung der Blöcke 2 und 3 des Heizkraftwerks ohnehin 2030 endeten.

SPD, und FDP, der Oberbürgermeister, das Umweltdezernat und das Energiereferat hätten dagegen gar nicht geantwortet; die Grünen hätten wegen Urlaubs keine Stellungnahme abgegeben.

Zumindest das Umweltdezernat hat allerdings durchaus geantwortet, wie aus einem Schreiben, welches das Dezernat der FR gestern auf Anfrage zur Verfügung stellte, hervorgeht. In diesem verweist Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) unter anderem auf die Klimaschutzziele der Stadt und die Beratungsangebote des städtischen Energiereferats. Beim Thema Kohleausstieg zitiert sie allerdings lediglich den Antworttext der Mainova. Der Energieversorger wirbt in diesem dafür, beim Strom zugleich auf Klimaschutz, Versorgungszuverlässigkeit und Bezahlbarkeit zu achten. Er schlägt eine Lösung vor, nach der die emmissionsintensivsten Kraftwerke - das seien Braunkohlekraftwerke – zuerst vom Netz gehen.

Das mit Steinkohle betriebene Heizkraftwerk West hat laut Mainova einen Anteil von 40 Prozent an der in Frankfurt produzierten Wärme- und Strommenge. Dem Unternehmen nach lag der Kohlendioxidausstoß 2016 bei 730 000 Tonnen.

Mainova geht auch auf die Kritik am Kohle-Strom für die Verkehrsgesellschaft ein. Diese strebe für die Zukunft die Beschaffung umweltfreundlicher Energie an, heißt es. Details zu nennen, sei noch nicht möglich.

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