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Klimaschutz Auch Gewerbe soll das Klima schützen

Das Frankfurter Gewerbegebiet zwischen Seckbach und Fechenheim soll ein „nachhaltiges Gewerbegebiet“ werden und bekommt 1,3 Millionen Euro Anschubfinanzierung von der Stadt.

Umweltpreis für Trattoria La Vialla
Alles bio, alles nachhaltig: Betriebsleiter Francesco Dritto in der Fattoria La Vialla in Fechenheim. Foto: ROLF OESER (Rolf Oeser)

Das nennt man Timing: Am Montagabend stellt das Energiereferat im Umweltausschuss der Stadtverordneten den Stand der Dinge in Sachen „Nachhaltiges Gewerbegebiet“ vor – und schon am Montagmorgen schickt die Fattoria La Vialla aus Italien die neusten Nachrichten über Olivenöl aus biologisch-biodynamischer Landwirtschaft.

Was das mit dem Frankfurter Gewerbegebiet zu tun hat? Viel: Die „Speisekammer“, einzige Dependance der Fattoria in Deutschland, liegt in ebendiesem 185-Hektar-Areal in Seckbach und Fechenheim – wie 550 weitere Firmen. Designer, Kaffeeröster, Autosalons, Chemiebetriebe, Bäcker, auch die Konzerthalle Batschkapp, sie alle eint eines: Die Stadt will, dass sie so umweltfreundlich, klimaneutral, so zukunftsorientiert wie möglich arbeiten. 

Bis 2050 nur noch erneuerbare Energiequellen 

Vor gut zwei Jahren ging das los, nachdem das Parlament im Dezember 2015 den Grundsatzplan und 1,3 Millionen Euro Anschubfinanzierung beschlossen hatte. Wo stehen wir heute? „Wir stehen gut da“, sagt Klimaschutzmanager Max Weber aus dem städtischen Energiereferat. „Wir beraten die Unternehmen, das wird gut angenommen“, freut er sich. Gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung sei man dabei, ein Klimaschutzkonzept fürs Gewerbe auf die Beine zu stellen.

Das nachhaltige Gewerbegebiet ist ein Pilotprojekt. Es geht darum, Energie zu sparen und damit auch Geld – oder umgekehrt, je nach Blickwinkel. Die Stadt hat sich ja das Ziel gesetzt, mit dem „Masterplan 100 % Klimaschutz“ bis 2050 komplett auf erneuerbare Energiequellen umzustellen; das geht nur, wenn Industrie und Handel mitziehen.

Und – ziehen sie? „Ganz unterschiedlich“, sagt Weber, „manche waren erst einmal skeptisch, andere waren gleich begeistert dabei.“ Handlungsmöglichkeiten gebe es immer. In der Fechenheimer Klassikstadt, dem jungen Gewerbe in jahrzehntealten Fabrikgemäuern, spiele die Gebäudestruktur eine große Rolle – aber Wärmedämmung sei nicht immer das Mittel der Wahl. Eine reine Lagerhalle etwa sei darauf nicht angewiesen. Häufig gehe es um Flächenentsieglung, Regenwassernutzung und ganz besonders um Sonnenkollektoren, wie Weber den Fraktionen berichtet.

Solaranlage für das Dach  

Sie spielen etwa bei den italienischen Frankfurtern von La Vialla eine Rolle. „Wir prüfen gerade, ob wir eine Solaranlage aufs Dach bauen“, sagt Stefan Maxeiner, der „Vialla-Botschafter in Deutschland“, wie ihn die Chefs in der Toskana nennen. In der Produktion vor Ort, Wein, Oliven, Tomaten, sei Nachhaltigkeit ohnehin schon der zweite Vorname des Unternehmens. „Wir haben Ökostrom, wir fahren Elektroautos, wir pflanzen Olivenbäume, um die Klimabilanz des Frankfurt-Marathons zu verbessern“, zählt er auf. „Wir finden das nachhaltige Gewerbegebiet toll, weil dieses Anliegen genau in unsere Richtung geht.“ Eine Stromtankstelle, sagt Maxeiner, wäre gut im Areal.

Die steht auf der Agenda, genau wie Betriebskindergärten, Mitfahrbörsen, Fahrradständer. Die Stadtverordneten sind positiv gespannt, die Pläne reichen bis weit ins Jahr 2022.

Mehr unter nachhaltiges-gewerbegebiet.de.

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