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Klima in Frankfurt Wie wir den Wandel ertragen

Klimaveränderungen werden der Stadt noch arg zusetzen, warnt eine Tagung. Und malt Schreckensszenarien einer Welt, die gegen Symptome des Untergangs kämpft.

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... und es wird noch heißer. Geplagter Frankfurter. Foto: Andreas Arnold (Andreas Arnold)

Da können wir uns auf was gefasst machen: Es wird heiß in Frankfurt – das hat Hans-Georg Dannert vom Umweltamt bei einer Tagung am Montag noch einmal klargestellt. Vor wenigen Jahren kalkulierte die Forschung, die Zahl der Tage mit Temperaturen über 25 Grad in Frankfurt könne „im Extremfall“ um die Hälfte steigen. Das war einmal. „Es ist noch mehr geworden, was wir zu erwarten haben“, sagte der für die Umweltvorsorge zuständige Referent beim Symposium „Auswirkungen des Klimawandels“ des Umweltforums Rhein-Main im Dominikanerkloster.

Auswirkungen auf die Stadt, so Dannert, seien unter anderem Trockenheitsstress für Pflanzen, höherer Energiebedarf zum Kühlen und vermehrte Schäden durch Unwetter, aber auch ein Attraktivitätsverlust Frankfurts wegen der Hitze – und vermehrter Freizeittourismus hinaus ins Umland. Das klinge dramatisch, sagte der Mann vom Umweltamt, „aber es macht auch Mut, weil man etwas erreichen kann“.

Als geeignete Schritte zur Anpassung an den Wandel nannte er die geplanten „Speichen und Strahlen“ des Grüngürtels ins Stadtzentrum hinein, Verschattung, Dach-, Fassadengrün und Parks. Die durchschnittliche Temperatur sei in Frankfurt seit etwa 1950 bereits um zwei Grad gestiegen. „Wir wollen den Klimawandel so erträglich gestalten, dass es sich in Frankfurt gut leben lässt“, betonte Dannert. Den Klimaschutz freilich durch Anpassung überflüssig zu machen: „Das werden wir nicht schaffen.“ Also heißt es weiter: Kohlendioxid (CO2) einsparen, wo es nur geht.

Künstliche Bäume

Ein Zauberwort der modernen Wissenschaft: „Solar Radiation Management“ – also der Umgang mit der Sonneneinstrahlung. Dazu stellte der Potsdamer Physiker und Nachhaltigkeitsforscher Thomas Bruhn erstaunliche Ansätze vor. So wird momentan ernsthaft diskutiert, CO2 aus der Umwelt zu isolieren und unterirdisch oder im Meer zu speichern. Oder die Ozeane mit Eisen beziehungsweise Kalk zu „düngen“, auf dass das Meerwasser mehr CO2 absorbiere.

Diskutiert wird auch über „künstliche Bäume“, die CO2 chemisch aus der Luft abscheiden und binden – allesamt Szenarien mit kaum kalkulierbaren Risiken. Als „Quick Fix“ untersuchen Institute sogar, wie die Erde zu kühlen wäre – etwa mit riesigen Schiffen, die Seesalz sprühen, um die Wolken aufzuhellen, damit sie mehr Sonnenlicht reflektieren. Oder mit Schwefel in der Stratosphäre, um Vulkanausbrüche zu simulieren. Da erschauderten manche Zuhörer. Sie interessierten sich vor allem dafür, wie Frankfurt die zwei Herausforderungen parallel meistern will: Klimawandel und massiven Zuzug in die Stadt. Da blieb Dannert nur die bekannte Formel: „Wenn man mehr Menschen in die Stadt holen will, heißt das, innen weiter zu verdichten – aber man wird auch über die Außenbereiche nachdenken müssen.“ Sprich: Freiflächen bebauen.

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