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Kleine Betriebe Werkzeug für nachhaltiges Wirtschaften

Das Netzwerk „Lust auf besser leben“ bietet einen kostenlosen Check für kleine und kleinste Betriebe an - schließlich machen sie 87 Prozent der Wirtschaft aus.

Ladengeschäft Frankfurt
Das Netzwerk „Lust auf besser leben“ wendet sich an kleine Betrieb und Geschäfte in Frankfurt (Symbolbild). Foto: Christoph Boeckheler

Schön, wenn Großkonzerne auch an den Klimaschutz denken, aber: „Auf die Klein- und Kleinstbetriebe kommt es bei der Nachhaltigkeit an“, sagt Marlene Haas, sie hätten schließlich immer noch einen Anteil von 87 Prozent an der Wirtschaft. Die Frau vom Netzwerk „Lust auf besser leben“ wirbt daher zurzeit für ein neues Werkzeug, mit dem diese Firmen sich selbst und ihre Nachhaltigkeit testen können. Es heißt „N.Check“.

Wofür braucht man das? „Diese kleinen Betriebe sind eine Zielgruppe, die schwer zu erreichen ist, und sie tun sich auch schwer damit, Strategien zu entwickeln“, sagt Haas. Eben weil sie so klein sind. Viele kämpfen ohnehin um ihre Existenz in einer Umgebung, in der die Großen die Kleinen schlucken. Da bleiben wenig Ressourcen. 

„Das nahbare Gesicht“ der Wirtschaft

Und genau in dieser Situation könne ein Netzwerk helfen, das Standards für Nachhaltigkeit entwickelt, sie aber auf die speziellen Umstände der einzelnen Firmen zuschneiden kann, glaubt die Initiatorin. Zugleich seien kleine Unternehmen „das nahbare Gesicht“ der Wirtschaft – sie könnten packende Geschichten erzählen. Perú Puro im Nordend etwa bezieht fair gehandelten Kakao aus Lateinamerika und wäre fast bankrottgegangen, weil eine ganze Schiffsladung plötzlich durch mitreisende Schädlinge zerstört wurde. „Das sind Widrigkeiten, die die großen Konzerne nicht in demselben Maße haben“, sagt Marlene Haas.

Was aber wird beim „N.Check“ gecheckt? Die Kriterien entwickelt „Lust auf besser leben“ gemeinsam mit den Betrieben. Für manche sind Logistik und Transport wichtig, für andere, die vor Ort produzieren, nicht. Ein Kino beispielsweise stellte beim Mineralwasser, das es ausschenkt, auf einen nahegelegenen Lieferanten um – und schon spart es eine Menge CO2 ein. Generell zählen Dinge wie das Bankkonto (ist es eine Bank, die das Geld nachhaltig einsetzt?), Ökostrom, die Verpackungspolitik, aber auch soziale Aspekte: Bildet der Betrieb aus? Gibt es Inklusion? Wie ist der Umgang miteinander? 

Justieren und Überprüfen unserer Nachhaltigkeitsansätze

Die ersten Firmen haben den Selbsttest schon gemacht, darunter besagte Perú Puro: „Der ‚N.Check‘ hilft uns beim Justieren und Überprüfen unserer Nachhaltigkeitsansätze“, sagen die Kakaofreunde. Die nachhaltigen Bockenheimer Anlageberater von „Der Finanzoptimist“ sind auch schon gecheckt, und Andrea Kolb von „Lebensdurst – das leidenschaftliche Catering“ lobt: „Der ‚N.Check‘ ist für mich als Unternehmerin ein hervorragendes Tool für die eigene Reflexion – was wird schon umgesetzt, was kann verbessert werden?“

Für Unternehmen, die im Netzwerk als „Nachhaltigkeitsbotschafter“ mitmachen, ist der Check kostenlos. Mehr dazuonline: www.lustaufbesserleben.de.

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