Lade Inhalte...

Kita-Streik in Frankfurt OB und Sorge für höhere Erzieherlöhne

OB Peter Feldmann (SPD) und Bildungsdezernentin Sarah Sorge (Grüne) appellieren an den Arbeitgeberverband, den Kita-Streik schnell zu beenden. FDP und Linkspartei fordern, dass die Stadt die Elternentgelte für die Zeit des Streiks erstatten.

Die Mitarbeiter der Kindertagesstätten streiken jetzt seit fast drei Wochen. (Archivbild) Foto: Ilona Surrey

Seit nun bald drei Wochen streiken die Erzieher und Sozialarbeiter für mehr Lohn – und viele Eltern geraten an ihre Belastungsgrenze. Sie müssen sich aufreiben, um tagtäglich die Betreuungslücke zu füllen. Doch eine Schlichtung im Tarifstreit zeichnet sich derzeit nicht ab, höhere Löhne sind nach Darstellung des kommunalen Arbeitgeberverbands VKA nicht bezahlbar. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und Bildungsdezernentin Sarah Sorge (Grüne) fordern nun den VKA auf, den Beschäftigten im Erziehungsbereich „zügig ein akzeptables Angebot zu machen, damit der Streik möglichst schnell beendet werden kann“.

In einem Brief wenden sich OB und Dezernentin an den VKA, der am heutigen Donnerstag in Frankfurt tagt. Aus ihrer Sicht ist eine Neubewertung der erzieherischen Tätigkeiten „unumgänglich“. Denn die Anforderungen an den Beruf seien immens gestiegen. So spiele die frühkindliche Bildung eine immer größere Rolle und verlange von den Beschäftigten entsprechende Kenntnisse. Zudem sei es aufgrund des Fachkräftemangels notwendig, „die Attraktivität dieses Berufsfeldes durch eine angemessene Vergütung entscheidend zu erhöhen“.

Sollten die Erzieher mehr Lohn erhalten, dann kämen auf die Stadt höhere Kosten zu. „Sicher, der Haushalt ist klamm“, sagt Elke Voitl, Referentin im Bildungsdezernat, „aber dann müssen wir das eben stemmen. Das geht. Das muss gehen.“ Inzwischen sei durch den Streik die Belastungsgrenze bei vielen erreicht. „Der Jahresurlaub der Eltern ist aufgebraucht, auch die nicht streikenden Erzieherinnen gehen am Stock.“ Eine schnelle Lösung müsse gefunden werden.

„Populistische Forderung“

FDP und Linkspartei fordern unterdessen, dass die Stadt die Elternentgelte erstattet. Auch wenn in den Betreuungsverträgen festgehalten sei, dass es bei Streik keine Rückzahlung gebe. „Trotzdem dürfen Eltern nicht die finanzielle Last dieses Tarifstreits tragen“, schreibt die Linke in einem Antrag.

Doch im Bildungsdezernat nennt man das eine „populistische Forderung“. Denn „in Frankfurt zahlen Eltern ohnehin nicht einmal zehn Prozent dessen, was ein Betreuungsplatz kostet“, sagt Voitl. Und die möglichen Belastungen nach Abschluss der Tarifverhandlungen seien viel höher als das während der Streiktage eingenommene Elternentgelt. Man hortet also schon mal das Geld für den Ernstfall. Für nach dem Streik, wenn es höhere Gehälter geben könnte.

Doch ein Abschluss der Tarifverhandlungen ist derzeit noch in weiter Ferne. Zunächst tagt der VKA heute in Frankfurt – und mehr als 12.000 Teilnehmer werden zu einer Großdemonstration von Verdi erwartet. Ab 10.30 Uhr spricht Verdi-Bundesvorsitzender Frank Bsirske auf dem Römerberg, ab 11.45 Uhr zieht die Demo durch die Innenstadt.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen