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Kita-Streik Eltern sollen sich absprechen

Am Montag beginnt der Kita-Streik in Frankfurt. Der Gesamtelternbeirat ruft die Eltern zur Selbsthilfe auf. Außerdem hat der Beirat drei Briefe geschrieben.

Ab Montag wird auch in Frankfurt gestreikt. Foto: dpa

Der Gesamtelternbeirat der Kinderzentren (GEB) hat im Vorfeld des Erzieherinnen-Streiks, der am Montag beginnt, Väter und Mütter aufgefordert, sich mit anderen Eltern abzusprechen und „mit- und füreinander Betreuungslösungen und Absprachen zu finden“. Außerdem hat der Beirat drei Briefe geschrieben: an den Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), den Kommunalen Arbeitgeberverband und an den Verdi-Bundesvorstand in Berlin.

Eine (auch monetäre) Neuberwertung des Erzieherinnen-Berufs sei „unumgänglich“, schreibt der GEB an den Verdi-Funktionär Achim Meerkamp. Doch anders als bei einem Arbeitskampf bei Unternehmen der Erwerbswirtschaft müssten die Folgen eines Streiks in den Kitas „alleine die Kinder und Eltern“ tragen. Dagegen würde der geplante Streik die kommunalen Arbeitgeber in finanzieller Hinsicht „kaum oder gar nicht“ treffen. Den sonst üblichen Hebel finanzieller Einbußen auf der Arbeitgeberseite gebe es hier nicht. Der GEB fordert, keinen „Streik nur um des Streiks willen“, als Zeichen gewerkschaftlicher Macht, zu führen und schlägt vor, so schnell wie möglich einen externen Vermittler einzuschalten.

Vollkasko-Verhandlungsposition

Gegenüber dem kommunalen Arbeitgeberverband weist der Beirat darauf hin, dass sich die Arbeitgeber in einer „Vollkasko-Verhandlungsposition“ befänden, weil die Eltern auch dann für die Kinderbetreuung bezahlen müssten, wenn diese bedingt durch den Streik nicht geleistet werde. Arbeitgeberpräsident Thomas Böhle wird aufgefordert, „ohne weiteres Zögern die in keiner Weise zielführende Schuldzuweisungsrhetorik einzustellen“. Stattdessen sollten die Arbeitgeber ein Angebot vorlegen, dass sich auf alle Erzieherinnen und Erzieher bezieht. Bislang hatten die Arbeitgeber signalisiert, nur besonders qualifizierten Erzieherinnen mehr Gehalt zahlen zu wollen. Die Gewerkschaft Verdi fordert eine durchschnittlich Erhöhung um circa zehn Prozent.

In einem dritten Schreiben wird Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) „im Namen der von uns vertretenen Eltern und Kinder“ gebeten, „sich für die Interessen der Familien stark zu machen und sich mit der starken Stimme Frankfurts auf der Arbeitgeberseite für eine lösungsorientierte Verhandlungsführung einzusetzen“, damit ein längerer Streik vermieden wird.

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