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Kirchentag in Frankfurt Kirchentag wird politisch

Beim Kirchentag in Frankfurt 2021 soll es nicht nur um den Glauben gehen, sondern auch um bezahlbares Wohnen.

Abschlußgottesdienst im Waldstadion
Wo sich sonst Fußballfans drängen: Abschlussgottesdienst beim 29. evangelischen Kirchentag 2001 im Frankfurter Waldstadion. Foto: Rolf Oeser

Wenn vom 12. bis 16. Mai 2021 in Frankfurt die evangelische und katholische Kirche gemeinsam Kirchentag feiern, wird es natürlich auch um die Annäherung der beiden christlichen Konfessionen gehen. Mindestens ebenso wichtig aber ist den Veranstaltern, ihren Beitrag zur Lösung von Problemen wie Klimawandel, Digitalisierung oder – für Frankfurt besonders drängend – dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum zu leisten.

„Glaube ist immer politisch, wenn er sich äußert“, sagte der Limburger Bischof Georg Bätzing am Freitag in Frankfurt, wo sich in der Evangelischen Akademie am Römerberg das Präsidium des dann dritten ökumenischen Kirchentags konstituiert hat. „Wir Christen sollten Antworten geben auf Fragen zum gerechten Wohnen, zum Zusammenleben verschiedener Kulturen und dazu, wie offen oder eng wir Grenzen ziehen wollen.“

Die Kirchen selbst müssten sich bemühen, gerade in einer Stadt wie Frankfurt Wohnraum für Menschen mit weniger Geld zu schaffen. „Wir müssen sehen, wie wir dazu unsere Immobilien nutzen können“, sagte er. Zugleich müssten die Kirchen darauf drängen, dass auch die Politik sich um diese Frage kümmere.

Der evangelische Kirchenpräsident Volker Jung sieht in dem Kirchentag die Möglichkeit, eine gemeinsame Glaubensbotschaft zu senden. „Es geht darum zu zeigen, dass der christliche Glaube eine gesellschaftsgestaltende Kraft hat“, sagte er. So müsse sich Kirche dafür einsetzen, den Klimawandel und die Digitalisierung zu bewältigen und für soziale Gerechtigkeit zu sorgen. Auch Jung nannte den Bau von bezahlbaren Wohnungen als große Aufgabe.

Das gemeinsame Präsidium soll das Treffen, zu dem 150 000 Besucher erwartet werden, vorbereiten. Ihm gehören Vertreter von evangelischer und katholischer Seite an. Die evangelische Präsidentin des ökumenischen Kirchentags, Bundesgerichtshof-Präsidentin Bettina Limperg, sagte, es sei wichtig, „Welt mitzugestalten“. Neben dem Dialog mit anderen Religionen gehe es um Fragen der Gerechtigkeit und Teilhabe. Dafür eigne sich kaum ein Ort besser als Frankfurt, wo ökonomischer Glanz und das Elend der Großstadt aufeinander träfen.

„Man traut uns vor allem etwas zu, wenn Christen gemeinsam an einem Strang ziehen“, sagte der katholische Kirchentags-Präsident Thomas Sternberg, der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.

Die Kirchen müssten ein Zeichen setzen gegen jede Form von Antisemitismus. „Die wachsende Ablehnung des Islam wächst sich zu einem großen Problem aus“, sagte Sternberg weiter. Man sollte aber gelernt haben, dass „die Übertragung von allen möglichen Problemen auf eine Religion zu katastrophalen Konsequenzen führt“, mahnte er.

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