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Kino in Frankfurt Cinestar kündigt Renovierung des Metropolis an

Erhebliche Mängel beim Brandschutz: Das ist der Grund, warum das Metropolis geschlossen ist. Bis Donnerstag oder Freitag, hofft Cinestar, soll das Problem behoben sein.

Filmfans müssen draußen bleiben. Foto: Andreas Arnold

So leer liegen die Treppenaufgänge und der große Raum vor dem Kassen-Tresen selten. Nur einige Putzleute hocken ratlos herum. Schulterzucken allenthalben. Das „Metropolis“, Frankfurts größtes Kinozentrum, wurde von der Stadt geschlossen, „mit Blick auf die drohende Gefahr für Leib und Leben der Kinogänger“, wie Michael Kummer, der Leiter der Bauaufsicht, am Dienstagmittag bekräftigt.

Matthias Kutz, Geschäftsführer des Betreibers Cinestar, spricht am Dienstagabend von „ganz erheblichen Einbußen“ durch die Stilllegung. Aber er fügt hinzu: „Die Sicherheit unserer Mitarbeiter und Gäste steht an erster Stelle.“ Kutz kündigt zugleich eine „umfangreiche Renovierung“ des Kinozentrums an. Sie habe allerdings „nichts mit der technischen Ausstattung zu tun“. Etliche Besucher hatten sich zuletzt kritisch über die Sauberkeit und den Zustand der Inneneinrichtung geäußert.

Bei einer routinemäßigen Sonderbau-Kontrolle am Montag hatten die Spezialisten der Stadt „wesentliche Mängel an den sicherheitstechnischen Anlagen und insbesondere der brandschutztechnischen Steuerungseinrichtung“ festgestellt. Einen Tag später weiß niemand, wann es weitergeht. Mitarbeiter einer Spezialfirma versuchen, Sicherheitstechnik und Brandschutz wieder vollends in Gang zu bringen. Kutz versichert: Die „umgehende Information an die Feuerwehr“ im Falle eines Brandes sei „gewährleistet“.

"Alex" und "Lousiana" bleiben geöffnet

Am „Donnerstag oder Freitag“, so hofft Cinestar, könnte das Multiplexkino mit seinen zwölf Sälen und 3550 Sitzplätzen wieder öffnen. Doch Kummer macht unmissverständlich klar: „Das Nutzungsverbot kann erst aufgehoben werden, wenn die einwandfreie Funktionsfähigkeit der haustechnischen Anlagen nachgewiesen ist.“ Weitere Auskünfte gegenüber den Medien darf der Beamte nicht geben.

Klar ist am Dienstag nur, dass die Restaurants „Alex“ und „Lousiana“ im Erdgeschoss des ehemaligen, denkmalgeschützten Volksbildungsheimes, Eschenheimer Anlage 40, weiterarbeiten dürfen. Das Gleiche gilt für die private Tanzschule Wernecke ganz oben unter dem Dach.

Cinestar verweist darauf, dass sie nur Mieter des Gebäudes sei. Geschäftsführer Kutz spricht von einer „Fehlfunktion einer sicherheitsrelevanten Anlage“. Man befinde sich deshalb „in Abstimmung mit dem Vermieter“. Das sei die Treuhand&Verwaltungs-GmbH und Co. Metropolis Premiumfilmpalast mbH. Sie habe auch die Haustechnik eingebaut.

Tickets werden erstattet

Bereits gekaufte Kino-Tickets will „Metropolis“ den Filmfans „selbstverständlich“ zurückerstatten. Die Ticketkassen im ersten Stock des „Metropolis“ bleiben besetzt und sind auch telefonisch zu erreichen (Telefon 069-95506401). Das Cinestar, Mainzer Landstraße 681, übernehme Programmbestandteile des „Metropolis“.

Die Stadt hatte nach einer schweren Finanzkrise in den 1990er Jahren das traditionsreiche Volksbildungsheim über einen Erbpachtvertrag in die Hände eines privaten Konsortiums gelegt, um den Bau des Kino-Zentrums zu ermöglichen. Die Umbaukosten wurden seinerzeit auf 105 Millionen Mark beziffert.

Seit Jahren wird darüber gerätselt, ob das große Haus am Eschenheimer Turm tatsächlich kostendeckend arbeitet und wie hoch der Kostendruck ist. Es ist eines der größten deutschen Kino-Zentren. Allein die zu erwirtschaftende Monatsmiete soll ohne Nebenkosten bei 250.000 Euro liegen.

Cinestar will mit Blick auf die Konkurrenz anderer Kino-Konzerne keinerlei wirtschaftliche Daten preisgeben. Auch die präzise Zahl der Besucher im Jahr wird nicht genannt.

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