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Kindertagesstätten Mehr Qualität fürs Kita-Essen

Neue Ausschreibungskriterien sollen die Qualität des Essens in den Frankfurter Kindertagesstätten verbessern. Das Ziel: mehr regionale und Bio-Produkte in den Kitas. Der Vertrag mit Groß-Caterer Sodexo läuft Ende 2013 aus.

In Frankfurts Kitas soll es künftig mehr regionale und Bio-Produkte geben. Die Stadt arbeitet an neuen Ausschreibungskriterien. Foto: dpa

Die Stadt arbeitet an neuen Vergabekriterien, die die Qualität des Essens in ihren Kindertagesstätten verbessern sollen. „Ziel ist es, den Anteil von regionalen und Bio-Produkten deutlich zu erhöhen“, sagte Elke Voitl, Referentin von Bildungsdezernentin Sarah Sorge (Grüne), der FR. Gerade werde ein neues Verfahren für die Ausschreibung entwickelt, das auch regionalen Anbietern den Zuschlag erleichtern soll. Noch werden die städtischen Kitas ganz überwiegend von Groß-Caterer Sodexo beliefert; der Zehnjahresvertrag läuft Ende 2013 aus.

„Wir sind gut in der Zeit“, sagte Voitl. Das Verfahren müsse von Juristen geprüft und von der Magistratsvergabekommission bestätigt werden. Im Frühjahr 2013 soll die Versorgung der Kitas dann neu ausgeschrieben werden. Dabei will die Stadt laut Voitl auch weg von der Vergabe im Großpaket an einen einzigen Caterer. Auch künftig müsse das Essen aber auch für Geringverdiener bezahlbar sein.

Tiefgefrorene Erdbeeren bringen Sodexo in die Schlagzeilen

Sodexo, ein international aktives Unternehmen mit Deutschland-Sitz in Rüsselsheim, war Ende September in die Schlagzeilen geraten: Tiefgefrorene Erdbeeren aus China hatten in Ostdeutschland Brechdurchfall bei mehr als 11 000 Schülern ausgelöst. Das Essen für die Frankfurter Kitas und Schulen wird in der Oberpfalz zubereitet und hier nur aufgewärmt und eventuell ergänzt.

Eltern hatten das bisherige Vergabeverfahren immer wieder kritisiert, weil es Groß-Caterer begünstige. Zwar muss auch Sodexo schon jetzt einen gewissen Anteil an regionalen und Bio-Produkten liefern. Der soll nun aber deutlich größer werden. Die angestrebten Prozentzahlen kann Monika Berkenfeld, Leiterin des Eigenbetriebs Kita Frankfurt, noch nicht nennen; überhaupt gibt es noch keine Einzelheiten zu den neuen Kriterien. Eine Trendwende ist dennoch zu erkennen: Bei Kitas, deren Sanierung ansteht, wird überlegt, die Küchen so zu gestalten, dass darin auch gekocht werden kann. „Wir wollen unsere Spielräume erweitern“, so Voitl.

"An den Kindern darf nicht gespart werden"

Bei den Eltern kommt das gut an. „An den Kindern darf nicht gespart werden“, sagt Dagmar Buchele, deren Kinder ins KiZ in der Willemerstraße gehen. Es könne nicht sein, das die Stadt sich als Green City bewerbe, ihr Kita-Essen aber „an der tschechischen Grenze kochen und nachts in die Stadt karren lässt“.

Thomas Taselmas bedauert, dass es erst zu dem Sodexo-Skandal kommen musste. Er habe vor ein paar Jahren als Elternbeirat in der damaligen KT Drachenburg Unterschriften gesammelt, um zu einem anderen Caterer zu wechseln. Damals beschied die Stadt, für eine einzelne Kita lohne sich die Ausschreibung nicht, da müsse er schon in weiteren Einrichtungen Unterschriften sammeln. Das sei das Ende der Aktion gewesen.

Ein anderer Vater kritisiert, dass am Vergabeverfahren bisher weder Kita noch Eltern beteiligt sind und kein Probeessen stattfindet. Dass sich daran etwas ändern wird, zeichnet sich aber nicht ab.
Die Stadt ist Träger von 140 Kitas. 108 werden von Sodexo beliefert, 22 sind auf andere Anbieter umgestiegen, allerdings ebenfalls Groß-Caterer. Die zehn städtischen Krippen kochen bis auf eine ihr Essen selbst. Ein Mittagessen in den städtischen Kitas kostet derzeit laut Berkenfeld knapp unter drei Euro, die Eltern zahlen eine monatliche Pauschale.

Der Verband der freien Kita-Träger BVZ überlässt die Frage des Essens grundsätzlich den Einrichtungen selbst. Die meisten – und auch die Kitas in kirchlicher Trägerschaft – werden von mittelständischen Caterern beliefert. Die knapp 100 Schulen mit Essensangebot werden meist von Groß- und mittelständischen Caterern versorgt. Vergeben wird nach europaweiter Ausschreibung.

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