Lade Inhalte...

Kindergarten Fähnchen gegen Hundehaufen

Ein Kindergarten in Westhausen geht gegen Hundehaufen auf Wiesen vor. Die Kinder stecken bunte Fähnchen mit humorvollen Sprüchen in jeden Haufen. So lernen Hundebesitzer und Kinder, Verantwortung für Tiere zu übernehmen.

25.03.2014 08:16
Hans-Ludwig Buchholz
Die Aktion des "Kinderplaneten" stößt auf breite Zustimmung. Foto: christoph boeckheler*

Pfui!“, „Igitt, Igitt!“ und „Das stinkt uns!“, steht auf den kleinen Fähnchen. 150 von ihnen steckten Kinder am Montagmorgen in die Wiese vor ihrer Kindertagesstätte „Kinderplanet Westhausen“. Jedes markierte einen Hundehaufen. Mit der Aktion wollten die Mädchen und Jungen gegen die vielen Häufchen auf den Wegen und Wiesen rund um die Einrichtung in der Kollwitzstraße protestieren.

Obwohl die Kleinen lange an den vielen Fähnchen gewerkelt hatten, reichten sie gerade mal für die Hinterlassenschaften auf einem Stück der Wiese. „Da waren noch viel mehr“, erzählt eines der Kinder hinterher. Nicht nur in Westhausen, in ganz Frankfurt ist Hundekot ein Problem. Im Sommer 2012 zogen rund 40 Grundschüler der Kirchnerschule protestierend durch Bornheim. Doch obwohl für das Nichtwegräumen eine Strafen in Höhe von 75 Euro, droht, passiert meist nicht viel. „Die meisten ärgern sich und sagen dann nichts“, sagt Thomas Fischer (SPD) vom Ortsbeirat 7. Umso mehr freue er sich, dass die Kita nun kräftig protestiert.

Angestoßen hat die Aktion Astrid Gaukler. Sie hat zwei Kinder in der Tagesstätte und ärgert sich schon lange über Hundekot – vor allem an den Schuhen, wenn ihre Kinder mal wieder in einen Haufen getreten sind. Und über den Gestank. Sie findet es wichtig, etwas zu tun. Auch ihre Kinder hätten irgendwann zeigen wollen: „Das ist eklig, wir wollen das nicht!“

Die Kinder lernen durch die Aktion, Verantwortung zu übernehmen

Die Aktion gegen Hundehaufen passe gut ins Programm der Kita Westhausen, sagt Leiterin Özlem Ölcer. Die Betreuer brächten den Jungen und Mädchen von klein auf bei, Verantwortung für Tiere zu übernehmen. In einem Projekt lernten sie, dass ein Haustier nicht nur zum Kuscheln und Liebhaben da ist, sondern auch Arbeit macht. „Für die Haufen des Hundes ist der Besitzer verantwortlich.“

Das muss offenbar nicht nur den Kindern sondern auch vielen erwachsenen Herrchenaltern beigebracht werden. „Viele Hundebesitzer sind einfach uneinsichtig“, klagt Eva Bundschuh. Sie wohnt in der Nähe der Tagesstätte, drei Enkel besuchen die Einrichtung. Zusammen mit Erziehern und Eltern hofft sie, dass der Einsatz der Kinder wenigstens ein paar Hundehalter aufrüttelt.

Mut macht den Beteiligten dabei die breite Unterstützung für die Aktion der Kindergartenkinder. Das städtische Grünflächenamt hat einen Tütenspender versprochen, der Hundebesitzern Tütchen für das Entfernen der Hinterlassenschaften ihrer Tiere bereitstellt. Die Stadtpolizei sagt zu, künftig häufiger kontrollieren zu wollen.

Selbst Hundebesitzer reihen sich in die Gruppe der Unterstützer ein. Zum Beispiel Hans-Josef Kasel. Er kommt gerade mit seinem Hund Ole vorbei und findet die Aktion der Kinder richtig. Ihn ärgert es, dass einige uneinsichtige Halter alle Hundeliebhaber in Verruf brächten. Er habe schließlich auch immer eine Tüte dabei, um Oles Häufchen zu beseitigen.

Vielleicht hat der Aufschrei der Kita auch schon geholfen. Seit ein paar Tagen sei auf der Wiese kein neuer Haufen dazugekommen, hat Leiterin Ölcer bemerkt. Sie hofft nun, dass das so bleibt.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen