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Kinderbetreuung Kampf um jeden Kita-Platz

Für den Ausbau des Betreuungsangebots in Frankfurt fehlt es an qualifiziertem Personal und geeigneten Liegenschaften. An einer Dialogkonferenz zum Thema ziehen rund 150 Beteiligte Bilanz und suchen nach Lösungen.

Ab dem 1. August haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz. Foto: dpa

Für den Ausbau des Betreuungsangebots in Frankfurt fehlt es an qualifiziertem Personal und geeigneten Liegenschaften. An einer Dialogkonferenz zum Thema ziehen rund 150 Beteiligte Bilanz und suchen nach Lösungen.

Einen „Kraftakt“ nannte Bildungsdezernentin Sarah Sorge (Grüne) am Donnerstag den Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen. Nicht nur, weil die Zahl der Kinder in Frankfurt steigt und steigen wird, sondern auch, weil Eltern ab dem 1. August 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für ihre Kinder haben. Zwar baue die Stadt seit Jahrzehnten die Zahl der Plätze aus, damit Eltern Familie und Beruf miteinander vereinbaren können, doch der Rechtsanspruch diene als „positiver Motor“ für den Ausbau.

Klage über Fachkräftemangel

Caritas-Direktor Hartmut Fritz zufolge liegen die Hauptprobleme darin, geeignete Liegenschaften und qualifiziertes Personal zu finden. „Die Personalakquise darf nicht an den Stadtgrenzen haltmachen“, sagte Fritz. Auch Sandra Weber, Leiterin der Kita Loftikus, klagte über den Fachkräftemangel. „Die Kollegen arbeiten am Limit“, sagte sie und warb dafür, den Berufsstand höher wertzuschätzen, denn nicht jeder könne diesen Job machen. Daniela Wehrstein, Vorsitzende des Gesamtelternbeirats, nannte die Grundstimmung in Sachen Ausbau bei den Eltern positiv. Die größte Sorge sei aber nicht, einen Krippen-, sondern einen Hortplatz in der Nähe zu bekommen.

Positive Bilanz

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist erklärtes Ziel der Hertie-Stiftung. Stefan Becker stellte seine Arbeit vor, die darin besteht, Unternehmen davon zu überzeugen, sich am Ausbau von Betreuungsplätzen zu beteiligen. „Das Engagement der Arbeitgeber bleibt hinter den Möglichkeiten zurück“, so Becker. Andrea Mohr, Beauftragte für Chancengleichheit bei der Agentur für Arbeit, betonte, dass sich Betriebe auch engagieren müssten, um Mütter die Rückkehr in den Beruf zu ermöglichen.

Die meisten Mütter wollten einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Besonders für Alleinerziehende sei die Armutsgefährdung groß. Nach etwa acht Stunden Tagung fiel die Bilanz bei den Teilnehmern positiv aus. Ute Sauer, Leiterin des Stadtschulamts, betonte, dass es bei der Veranstaltung zum einen darauf ankam, Bilanz zu ziehen, was erreicht sei, nämlich eine Verdoppelung der Betreuungsplätze in fünf Jahren. Zum anderen sei aber auch die Vernetzung der verschiedenen Teilnehmer wichtig gewesen. Ein Ergebnis von vielen war, dass der Kita-Ausbau eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei und man gemeinsam nach Lösungen suchen müsse. Außerdem müsse das Stadtschulamt die Transparenz optimieren: zum Beispiel für das Aufnahmeverfahren und Informationen über die Vielfalt der Angebote.

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