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Kinderbetreuung Frankfurt: Kita-Ganztagsplätze ab August kostenfrei

Von August an sind Kita-Ganztagsplätze für Drei- bis Sechsjährige in Frankfurt kostenfrei. Das Geld kommt vom Land.

Peter Feldmann  und Sylvia Weber
OB Feldmann und Bildungsdezernentin Weber freuen sich über gebührenfreie Kita-Plätze. Foto: Christoph Boeckheler

Ob es nun einen Run auf Ganztagsplätze im Kindergarten geben wird, kann Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) nicht vorhersagen. „Wir müssen abwarten, was passiert“, sagte sie am Montagmorgen bei einer Pressekonferenz im Kinderzentrum Siemensstraße. Was passiert, wenn vom 1. August an der Betreuungsplatz für Drei- bis Sechsjährige in Frankfurt kostenlos sein wird und nur noch das Essen bezahlt werden muss. „Ich kann nicht abschätzen, ob es eine zusätzliche Nachfrage geben wird.“

Derzeit besuchen in Frankfurt nur drei Prozent der Kinder keinen Kindergarten, 97 Prozent werden betreut. Der flächendeckende Ausbau in den Stadtteilen sei aber schon längst in der Entwicklungsplanung, sagte Weber. Nicht absehbar sei jedoch, ob mit der kostenlosen Betreuung nun Eltern einen Ganztagsplatz haben wollten, „die bisher nur einen Halbtagsplatz brauchten“. Darüber könne sie keine Prognosen abgeben. Bisher haben 80 Prozent der Kinder in Frankfurt einen Ganztagsplatz.

Ende April hatte der Landtag in Wiesbaden einem Gesetzentwurf der Regierungsfraktionen von CDU und Grünen zugestimmt. Für Kinder von drei Jahren bis Schulbeginn ist die Betreuung sechs Stunden am Tag kostenlos. „In einer Stadt wie Frankfurt reichen aber sechs Stunden nicht, um von Vereinbarkeit von Familie und Beruf sprechen zu können“, betonte Weber.

Deshalb wird künftig der gesamte Betreuungstag von neuneinhalb Stunden kostenfrei sein. Für die Stadt bedeutet das keine zusätzlichen Kosten. Denn pro Kind erhält sie 135,60 Euro monatlich vom Land – das ist mehr, als die Stadt als Beitrag von den Eltern für einen Ganztagsplatz verlangt. Nur in der höchsten Entgeltstufe ist es mehr: 148 Euro. „Das Geld vom Land reicht daher, einen Ganztagsplatz freizustellen.“

Für Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) ist die kostenfreie Kita „ein richtiger Schritt, um die Familien zu entlasten“. 1776 Euro könnten pro Kind und Jahr gespart werden. „In Frankfurt müssen beide Eltern arbeiten, weil es teuer ist, in der Stadt zu leben“, sagte Feldmann. „Und bei einer linearen Entlastung profitieren diejenigen, die wenig haben.“ Schließlich schlägt bei einem niedrigen Monatsbudget eine Kita-Gebühr stärker zu Buche. Und für Weber ist frühkindliche Bildung wichtig, „damit die Startchancen in der Schule für alle erleichtert werden“.

Perspektivisch „wollen wir die Betreuungssituation von Grundschülern verbessern und kostenlose Kapazitäten erarbeiten“, kündigte Weber an. Die bildungspolitische Sprecherin der Grünen, Birgit Ross, teilt derweil mit, sie erwarte nun Vorschläge von der Bildungsdezernentin, um eine Entgeltstaffel für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren einzuführen, damit Geringverdiener entlastet werden. „Das haben wir im Koalitionsvertrag vereinbart.“

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