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Kinder-Uni in Frankfurt Gründerin der Kinder-Uni sagt Tschüss

Ulrike Jaspers lädt seit 2003 Schülerinnen und Schüler zur Kinder-Uni. Jetzt verlässt sie die Frankfurter Hochschule.

lädt seit 2003 zur Kinder-Uni ein. Foto: Dettmer

Weltall geht immer. Das hat Ulrike Jaspers in den vergangenen 13 Jahren gelernt. Wann immer eine Vorlesung der Kinder-Uni mit Raumfahrt und Sternen zu tun hatte, haben die Schülerinnen und Schüler die Goethe-Uni geradezu gestürmt, um dabei sein zu können. Und als dann der Physiker Frank Brenker einmal auch noch diese schneeartige Masse dabei hatte, aus der sich die Kinder ihre persönlichen Kometen formen konnten, da war das der perfekte Tag. Für die Kinder und für Jaspers, die Organisatorin der Vorlesungsreihe für junge Studierende.

Künftig wird die Kinder-Uni ohne Ulrike Jaspers auskommen müssen. Und Ulrike Jaspers ohne die Kinder-Uni. Die 60-Jährige verlässt die Frankfurter Hochschule. Nicht sofort, sondern im Sommer. Aber Kinder-Uni ist ja nur einmal im Jahr (was schade ist) – nämlich im Herbst.

2003 hatte die Journalistin, die in der Kommunikationsabteilung der Uni arbeitet, das Format gemeinsam mit Monika Mölders entwickelt. Damals noch auf dem Campus Bockenheim. Der war nicht wirklich schön, zumindest nicht im Vergleich zum neuen Campus Westend. Aber das war den Kindern egal. Sie stürmten in den legendären Hörsaal VI, in dem Adorno schon gelehrt hat. Aber das war den Kindern auch... naja, vielleicht nicht egal. Aber es gab Wichtigeres. Etwa die Frage, warum manche Menschen so viel Geld haben und andere so wenig. Oder woher Medikamente eigentlich wissen, wo sie wirken sollen. Das alles bekamen die Jungen und Mädchen erklärt. Von echten Dozentinnen und Dozenten der Goethe-Uni, die von der Kinder-Uni sofort begeistert waren, „auch wenn die Vorbereitung für so eine Vorlesung länger dauert als üblich“, so Jaspers.

Vieles hat das Team um Jaspers, Mölders, Anne Hardy und Grafiker Tobias Borries in den vergangenen Jahren gelernt. Zum Beispiel, dass auf den Programmheften und Plakaten zur Veranstaltungsreihe immer auch Kinder mit Brille auftauchen sollten. Oder dass zwei Veranstaltungen am Tag nicht ausreichen, zumal schon die angemeldeten Schulklassen den Hörsaal zweimal problemlos füllen. Also lehren die Dozenten jetzt dreimal am Tag. Eine Menge Arbeit, aber es lohnt sich. 136 000 Kinder haben seit 2003 die Vorlesungen besucht. Weitere werden hinzukommen. Denn die Kinder-Uni wird fortgesetzt. Allerdings ohne ihre Gründerin.

Am Freitag in der Kinder-Uni: „Von Klicklauten, Zungenbrechern und Schnörkelschriften“ – über die Sprachwissenschaft, 16 Uhr, Campus Westend, Audimax.

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