Lade Inhalte...

Kinder in Frankfurt Vegane Kita unter Aufsicht

Einige Kommunalpolitiker sehen die Eröffnung einer veganen Kita in Frankfurt skeptisch und sorgen sich um das Wohl der Kinder. Die Stadt hat nun das Gesundheitsamt mit ins Boot geholt.

Vegane Kita
Lucien Coy gehört zu der Elterninitiative, die die vegane Kita auf den Weg gebracht hat. Foto: Frank Rumpenhorst (dpa)

Die Eröffnung einer veganen Kita in Frankfurt macht einigen Stadtverordneten Sorgen. „Ich hab’ fast einen Herzinfarkt bekommen, als ich das gehört habe“, sagte Birgit Ross (Grüne) am Montagabend im Bildungsausschuss. Es sei die erste vegane Kita in ganz Deutschland, also „absolutes Neuland“. Da sei es wichtig, sich mit veganer Ernährung bei Kindern kritisch und intensiv auseinanderzusetzen.

Im Sommer soll die Kita für 40 Kinder ab drei Jahren in Bockenheim an den Start gehen, Träger ist der von Eltern gegründete Verein „Veggie-Kids“. Es wird in der Kita kein Fleisch, keinen Käse, keine Eier zu essen geben, allein pflanzliche Nahrung kommt auf den Tisch. Stefan von Wangenheim (FDP) ist davon wenig angetan. Ein Ernährungswissenschaftler habe ihm gesagt, „man könnte das auch als Körperverletzung sehen“. Wenn keine Nahrungsergänzungsmittel gegeben würden, dann könnte das den Kindern nachhaltig schaden. „Wenn Eltern eine Kita gründen würden, in der es nur Fast Food gibt, dann wäre das für kleine Kinder genauso gefährlich wie eine vegane Ernährung.“

Stadt hat das Konzept geprüft

Im Dezernat sei man sich der Problematik einer veganen Ernährung bei Kleinkindern bewusst, sagte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD). Deshalb sei gerade am Morgen mit Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) beschlossen worden, dass das Gesundheitsamt die Kita mit einer Studie begleitet. „Die Kinder werden regelmäßig untersucht, ob durch die vegane Ernährung Veränderungen auftreten.“ Wenn sich eine Mangelernährung herausstellen würde, dann müsse man handeln.

Wie bei anderen privaten Trägern unterstützt die Stadt die Kita finanziell, hat das Konzept geprüft und genehmigt. Es gebe rechtlich festgelegte Kriterien wie etwa ausreichend Fachkräfte, die Gruppengröße und den Brandschutz für eine Kita. Wenn sie erfüllt würden, könne eine Genehmigung nicht versagt werden, sagte Weber. „Und in dem Fall sind alle Bedingungen erfüllt.“

Auch das pädagogische Konzept ist zu prüfen. „In der Frage der veganen Ernährung im Kleinkindalter gibt es unterschiedliche Stellungnahmen“, sagte Weber. So warnten die einen Wissenschaftler vor gesundheitlichen Gefahren bei einer veganen Ernährung ohne Nährstoffpräparate. Es gebe aber auch gegenteilige wissenschaftliche Meinungen. „Es gibt keine eindeutige Grundlage, auf der die Betriebserlaubnis zu verweigern ist“, sagte Weber. Allerdings habe man die Betriebserlaubnis, die das Hessische Sozialministerium auf Empfehlung der Kommune vergibt, unter Auflagen gestellt: Die Kita muss umfassend über die vegane Ernährung informieren. Außerdem muss sie darüber aufklären, dass im Kindergarten keine Nahrungspräparate ausgegeben werden. Für eine Nahrungsergänzung müssten die Eltern zu Hause sorgen. 

 

 

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen