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KGS Niederrad Keine Integrierte Gesamtschule in Niederrad

Bildungsdezernentin Weber ist in der Koalition mit ihrem Plan gescheitert, eine Integrierte Gesamtschule in Niederrad zu eröffnen. Die Eltern sind vom Widerstand der CDU enttäuscht.

Dezernentin Sylvia Weber (SPD) konnte eine IGS in Niederrad nicht durchsetzen. Foto: peter-juelich.com

In Niederrad soll zum nächsten Schuljahr eine Kooperative Gesamtschule (KGS) eröffnen. Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) ist in der Koalition mit ihrem Vorstoß gescheitert, eine Integrierte Gesamtschule in Niederrad an den Start zu bringen. „Zu meinem Bedauern ist es nicht gelungen, innerhalb der Koalition eine politische Mehrheit zu finden“, sagt Weber.

Die Grünen hätten sich in Niederrad ebenfalls eine IGS vorstellen können, sagt Fraktionsvorsitzender Manuel Stock. Aber die CDU hielt daran fest, dass dort eine KGS – wie im Schulentwicklungsplan (SEP) und im Koalitionsvertrag vorgesehen – eröffnen soll. Weder von der veränderten Ausgangssituation noch von der großen Unterstützung vor Ort habe sich die CDU überzeugen lassen, den SEP an dieser Stelle zu aktualisieren, sagt Weber.

Die sechszügige KGS mit einer Hauptschul-, zwei Realschul- und drei Gymnasialklassen pro Jahrgang hatte eigentlich in diesem Schuljahr eröffnen sollen. Doch es hatten sich nur drei Gymnasialkinder angemeldet. Das Staatliche Schulamt ließ die KGS daher nicht an den Start gehen, zwei Gymnasialklassen müssen in einer KGS zustandekommen. Nun soll die Schule im Sommer 2017 eröffnen. Weber hatte aber vor wenigen Wochen Bedenken geäußert, dass auch zum nächsten Schuljahr genügend Kinder im Gymnasialzweig zusammenkommen, und die Gefahr gesehen, dass die Schule erneut nicht eröffnen kann. Deswegen hatte sie für eine IGS plädiert, die kleiner und unabhängig von den gewünschten Bildungsgängen der Schüler aufmachen könnte.

Auch der Stadtelternbeirat, Schulleiter und die Lehrergewerkschaft GEW hatten sich für eine IGS ausgesprochen. „Eine IGS wäre schneller und einfacher zu realisieren gewesen“, sagt Weber. Nun sei die Lage schwieriger, doch Niederrad brauche eine weiterführende Schule. „Wir müssen nun eben der KGS zu einem Erfolg verhelfen.“ Als Niederlage sieht Weber es nicht, dass sie in der Koalition mit der Idee einer IGS gescheitert ist. „Es ist ein Versuch gewesen, eine sichere Lösung zu finden, es hat nicht geklappt“, sagt sie. „Nun werden wir die Entscheidung für die KGS alle gemeinsam tragen.“

In der CDU hat man keinen Anlass gesehen, den SEP zu ändern. „Alle neuen Schulen haben das Problem, dass sie wenige Anmeldungen haben“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Michael zu Löwenstein. „Solche Anfangsschwierigkeiten sollte man nicht als Grund nehmen, eine an sich gute Idee beiseitezulegen.“

Damit die Eltern die Schule auch wählten, müsse klarer gemacht werden, dass die KGS einen vollwertigen Gymnasialzweig habe. Sollte die Überzeugungsarbeit nicht reichen, dann „müssen Kinder notfalls zugewiesen werden“, sagt zu Löwenstein. Wenn es dennoch im nächsten Jahr wieder nicht mit der Eröffnung der Schule klappen sollte, „dann müssen wir uns was anderes überlegen“.

Stadtelternbeirätin Alix Puhl hält es „unter all diesen Umständen für schwierig, die KGS zu bewerben“. Sie ist enttäuscht, dass die CDU bei der Argumentation für die IGS nicht zugehört habe. „Was die Eltern jetzt brauchen, ist eine Zusicherung, dass die KGS ganz sicher aufgemacht wird“, sagt Puhl. Sonst würden Eltern die Schule nicht wählen. „Und wenn sie die KGS nicht wählen, dann wird sie nicht eröffnen, weil zu wenige Schüler sich angemeldet haben – da beißt sich die Katze in den Schwanz.“

Eine IGS hätte dagegen ganz neu, ohne die Last einer bereits einmal gescheiterten Schule, eröffnen können. „Die Eltern sind jetzt misstrauisch“, sagt Puhl. „Da muss nun eine ganz große Werbemaschine angeworfen werden, um sie zu überzeugen.“

Das will die Bildungsdezernentin tun. Sylvia Weber will sich dafür einsetzen, dass sie vom Kultusministerium eine Zusage für die Eröffnung der KGS erhält. Auch das Konzept der KGS-Planungsgruppe soll nochmal vorgestellt werden.

„Wir müssen um das Vertrauen der Eltern werben“, sagt sie. „Denn wir brauchen die Eltern, damit die Schule ein Erfolg wird.“

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