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Katholische Kirche Kirche diskutiert über Demokratie, Flucht und Integration

1200 Mitglieder der katholischen Kolpingjugend pilgern nach Frankfurt, um über aktuelle Fragen zu diskutieren.

Kolpingjugend
Jasmin (re.,17 Jahre alt) und Lena (16) setzen ihren Baustein für die Zukunft. Foto: Renate Hoyer

„Kolping“ steht längst nicht mehr nur für die Katholische Kirche und Glaubensfragen. Der Name steht auch für eine sozial und politisch engagierte Gemeinschaft. Einmal mehr wird das am Wochenende deutlich. Bei „Sternenklar“, einem bundesweiten Event der Kolpingjugend, geht es um Europafragen, um Demokratie, Flucht und Integration. Rund 1200 junge Menschen aus ganz Deutschland pilgern nach Frankfurt, um unter dem Motto „Du baust die Zukunft“ aktuelle Themen zu diskutieren.

Weil die Gestaltung eines Europas der Zukunft in den Händen des Nachwuchses liege, sei ein Großevent wie „Sternenklar“ so wichtig, sagt Anna-Maria Högg, Bundesleiterin der Kolpingjugend. „Wir wollen die Jugend damit für politische Themen sensibilisieren und sie zum kritischen Denken animieren – und ihr eine Stimme geben.“

Carina Holver aus Marl in Nordrhein-Westfalen findet es beeindruckend, wie viele junge Leute gekommen sind. „Sonst sehe ich immer nur die Mitglieder meiner Heimatgruppe. Hier wird erst deutlich, wie groß die Kolping-Gemeinschaft ist“, sagt die 20-Jährige. Mehr als 42 000 Mitglieder zählt der katholische Kolping-Jugendverband derzeit. 

Organisatoren wollen „politisch aktuelle Themen aufgreifen“

Das Angebot für die Jugendlichen konzentriert sich am Wochenende hauptsächlich auf dem Roßmarkt. „Im Zentrum einer europäischen Metropole wie Frankfurt erreichen wir einfach die meisten Menschen“, erklärt Högg. Auf der hier aufgebauten Bühne finden am Samstag und Sonntag Podiumsdiskussionen zu Themen wie Rassismus in Europa, die Entwicklung der Digitalisierung und ein nachhaltiger Umgang mit der Umwelt statt. Außerdem werden ein Abendprogramm im Kasino der Goethe-Uni und eine Workshopreihe im Hotel Mainhaus angeboten. An allen drei Standorten war es den Organisatoren wichtig, „politisch aktuelle Themen aufzugreifen“, betont Högg.

Eine naheliegende Debatte wird jedoch nicht thematisiert: der Missbrauchsskandal der katholischen Kirche. Darüber wundert sich auch Magdalena Kneisel, Jugendbildungsreferentin der Diözese Rottenburg-Stuttgart. „Intern jedenfalls haben wir uns schon länger damit beschäftigt“, erzählt sie. So habe es eine große Präventionskampagne zur Veranstaltung gegeben. „Alle Gruppenleiter sind im Vorfeld in Fragen des Kindeswohls geschult worden“, erklärt sie. Zudem sei eine Notfallnummer eingerichtet worden, an die sich Jugendliche rund um die Uhr wenden könnten, wenn sie sich während des Wochenendes in Frankfurt unwohl fühlten. 

 Möglichkeit, sich zu vernetzen 

Neben den Veranstaltungen auf der Bühne präsentieren sich auf dem Roßmarkt auch 23 Unterverbände der Dachorganisation Kolpingwerk an Ständen und mit Aktionen – darunter die Kolping Roadshow Integration, die am Infomobil über die Arbeit mit Geflüchteten und über erfolgreiche Integration spricht, oder die Kolping-Berufsbildungswerke, die bundesweit in 190 Einrichtungen die Jugendlichen- und Erwachsenenbildung fördern.

Nicht zuletzt sollen sich die Jugendlichen „hier aber vor allem vernetzen können“, erklärt Anna-Maria Högg. Für die 24-jährige Carina Krabbe aus Münster zumindest hat das funktioniert. Sie ist am Stand des Internationalen Kolpingwerks mit zwei Britinnen ins Gespräch gekommen. „Es ist toll, über die Kolping-Angebote andere Menschen und Sichtweisen kennenzulernen – und dass heute darauf in großem Rahmen aufmerksam gemacht wird“, sagt sie.

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