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Karoline Krämer ist tot Kämpferin für die Kultur

Karoline Krämer war langjährige Chefin des Protokolls der Stadt Frankfurt. Nun erlag sie nach langem Kampf einer schweren Krankheit.

Karoline Krämer mit ihrem Ehemann Herbert Beck. Foto: FRFOTO

Sie war eine kämpferische Frau der Kultur. Und eine Ikone von Stil und gutem Geschmack. Karoline Krämer, die langjährige Chefin des Protokolls der Stadt Frankfurt, ist tot. Sie erlag nach langem Kampf einer schweren Krankheit.

Anfang der 60er Jahre hatte die bemerkenswerte Karriere der gebürtigen Frankfurterin bei der Stadt begonnen. Die Nichte des früheren Stadtverordnetenvorstehers Edwin Höcher (SPD) gehörte in den 70er Jahren zum Team des damaligen Kulturdezernenten Hilmar Hoffmann (SPD).

Krämer war dort für „alternative Kulturarbeit“ zuständig. Sie entwickelte mit anderen zusammen Reihen wie „Lieder im Park“ und „Literatur im Römer“. Die letztgenannte gibt es heute noch, sie ist bundesweit die älteste Live-Literatur-Veranstaltung.

Schon damals stellte Krämer die Arbeit für die Kultur über alles. Man sei dem Motto gefolgt: „Gute Arbeitsinhalte sind auch gute Lebensinhalte“, sagte sie einmal im Gespräch mit der FR. Ihre erste Ehe mit dem Direktor der Bundesgartenschau 1989, Fritz Krämer, blieb kinderlos.

Meisterin des "Placements"

Im Jahre 1981 berief der OB Walter Wallmann die Kulturbegeisterte zur Chefin des städtischen Protokolls. Sie blieb es 26 Jahre lang und weigerte sich stets, ihr Alter öffentlich zu nennen. Natürlich war sie bald Mitautorin des Standardwerkes des Deutschen Städtetages „Repräsentation im Rathaus“. Krämer brachte mit ihrem Team zahlreiche wichtige und politisch heikle Staatsbesuche schnörkellos über die Bühne, von Mitterrand bis Jassir Arafat. Sie zeigte sich als Meisterin des „Placements“, also der Sitzordnung, und der Empfangsregeln: Wie weit geht der OB dem Gast entgegen? Beim Ministerpräsidenten bis zum Auto, bei Niedrigergestellten höchstens die halbe Römertreppe.

Krämer engagierte sich in vielen kulturellen Stiftungen, etwa als Geschäftsführerin der christlich-jüdischen Pestalozzi-Stiftung, die Stipendien an wirtschaftlich bedürftige Studierende vergibt. Sie war in zweiter Ehe mit dem früheren Direktor von Städel und Liebieghaus, Herbert Beck, verheiratet, der sie bis zuletzt aufopferungsvoll betreute.

An der Trauerfeier am Mittwoch auf dem Hauptfriedhof nahmen 300 Gäste aus Politik und Kultur teil. Die früheren OB Petra Roth und Andreas von Schoeler waren ebenso gekommen wie Hilmar Hoffmann.

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