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Kampf gegen Fluglärm Posse um Messgeräte

BI gegen Fluglärm hatten sich empfindliche Messgeräte gewünscht, um zu zeigen, wie viel Feinstaub die Flugzeuge in der Luft über Sachsenhausen hinterlassen. Die Geräte, die sie bekamen, taugen nichts.

Feinstaubmessung
Wie viel Feinstaub hinterlassen Flugzeuge an der Bergkirche? Um diese Frage geht es den Bürgerinitiativen. Foto: Michael Schick

Dieser Tage hat der Bund der Steuerzahler sein bei den Behörden gefürchtetes Schwarzbuch vorgelegt. Nun veröffentlicht die Stadtverordnete Ursula auf der Heide (Grüne) einen Fall, der gute Chancen hat, in die nächste Auflage aufgenommen zu werden. Dabei geht es um zwei Ultrafeinstaubmessgeräte, die allerdings keinen Feinstaub messen. Jedenfalls nicht so, wie sie sollen.

Die Bürgerinitiativen gegen Fluglärm hatten sich die Geräte gewünscht. Sie wollen zeigen, dass Flugzeuge nicht nur laut sind, sondern eben auch gesundheitsschädlichen Feinstaub in der Luft über Sachsenhausen hinterlassen. Nun fragte Ursula auf der Heide im Römer nach, was aus den Geräten geworden ist – und erfuhr eine Geschichte, die sie stutzig machte.

Die Stabsstelle für Fluglärmschutz organisierte eine Ausschreibung für die beiden Geräte, wie es in einer Antwort des Magistrats heißt. Tatsächlich kamen dann auch zwei solche Apparate. Diese allerdings lieferten die Messwerte nur in Abständen von einer Minute. Um die Belastung entlang einer Straße festzustellen, ist das ausreichend. In Sachsenhausen geht es aber darum, konkret nachzuweisen, welcher Flieger wie viel Feinstaub verursacht hat. Dafür ist der Intervall von einer Minute viel zu lang, „da dann beispielsweise Überflüge nicht eindeutig zugeordnet werden können“, wie der Magistrat mitteilt. Nötig wären Ergebnisse im Abstand von fünf Sekunden. Das allerdings war in der Ausschreibung nicht gefordert worden. Nun müssen die Geräte im Hessischen Landesamt für Naturschutz umgerüstet werden.

Messwerte über der Heizung

Wenn das geschehen ist, stellt sich die nächste Frage: Wo soll gemessen werden? Die Stabsstelle Fluglärmschutz hatte zwei Standorte am Sachsenhäuser Landwehrweg vorgesehen: das Dach der Martin-Buber-Schule sowie den Kirchturm der Bergkirche. Beide sind aber ungeeignet. An der Buber-Schule stünde das Gerät direkt über einer großen Pelletheizung, die die Messwerte ebenso verfälscht wie die nahe Abluftanlage einer Kita-Küche. Und der Kirchturm hat einen quadratischen Grundriss und ist nur nach zwei Seiten offen. Zumindest die Windrichtung, die für die Ergebnisse wichtig ist, ließe sich so nicht ermitteln.

Auf Wunsch der Bürgerinitiative sei das eine Gerät mittlerweile auf dem Dach der Buber-Schule installiert worden, so der Magistrat. Brauchbare Daten liefere es nicht.

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