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Kalbach Weiter Ärger um Bushaltestelle

Gegen die Verlegung einer Bushaltestelle vom Alten Rathaus vor ein Wohnhaus wehrt sich der Ortsbeirat in Kalbach. Der Bürgersteig sei zu schmal, Anwohner könnten gestört werden.

06.11.2016 16:37
Rathaus in KalbachFoto: Georg Kumpfmüller Foto: FRFOTO

Die Bushaltestelle Rathaus Kalbach soll behindertengerecht ausgebaut werden – genau wie alle 1300 Haltestellen in Frankfurt. Wegen des Denkmalschutzes kann die Station am jetzigen Standort an der Kalbacher Hauptstraße aber nicht entsprechend umgestaltet werden (die FR berichtete). Stattdessen soll sie um 50 Meter versetzt werden – direkt vor das Wohnhaus an der Kalbacher Hauptstraße 34.

Der zuständige Ortsbeirat 12 lehnt das ab: Die geplante Verlegung der Haltestelle bewirke Nachteile für die Fahrgäste, die Bewohner des Hauses und den Verkehrsfluss auf der Straße, heißt es in einem Antrag von CDU, SPD, Grünen und FDP. Die Vorlage wurde in der Gremiums-Sitzung am Freitagabend einstimmig beschlossen.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich der Ortsbeirat mit dem Thema beschäftigt. Bereits im Januar hatten die Stadtteilpolitiker moniert, dass nach einer Verlegung der Haltestelle wartende Fahrgäste durch die Fenster in die Erdgeschosswohnung auf der Kalbacher Hauptstraße blicken könnten. Zudem sei der Bürgersteig an dieser Stelle nur zwei Meter breit und damit zu schmal für eine überdachte Wartehalle.

Deshalb sprach sich das Gremium dafür aus, die Haltestelle direkt vor dem Alten Rathaus barrierefrei auszubauen. Zu diesem Zweck sollte der Magistrat prüfen, ob die Fahrbahn abgefräst und der Bürgersteig leicht angehoben werden könne. Nach Ansicht der Stadt widerspricht dies aber dem Denkmalschutz.

Um auch im Haltestellenbereich ein ausreichendes Gefälle für die notwendige Entwässerung zu erreichen, müsste für den barrierefreien Ausbau nämlich auch die Hinterkante des Gehwegs am Rathaus angehoben werden. Deshalb werde der Plan, die Bushaltestelle vor das Wohnhaus an der Kalbacher Hauptstraße 34 zu verlegen, weiterverfolgt, teilte der Magistrat mit. Das war im September.

Traffiq sieht kein Problem

Die Stadtteilpolitiker geben sich damit nicht zufrieden. „Die Begründung ist uns zu schwach“, sagt Ortsvorsteherin Carolin Friedrich (CDU). Sie verweist darauf, dass der Ortsbeirat ein Mitspracherecht beim Umbau von Bushaltestellen habe. Mit dem jetzigen Antrag will das Gremium den Magistrat auffordern, zunächst keine weiteren Planungsschritte zu unternehmen. Stattdessen solle es zwischen ausführendem Amt, Planungsbüro und Ortsbeirat ein klärendes Gespräch geben – auch um Alternativen zu erörtern.

Die Ortsvertreter verweisen darauf, dass Grundstückseigentümer Rainer Venino – ehemaliges FDP-Mitglied im Ortsbeirat 12 – eine Verlegung der Haltestelle vor sein Haus „wegen erheblicher Beeinträchtigungen der Wohnsituation“ ablehne. Zudem habe er vom Fachamt die mündliche Auskunft erhalten, dass es keine Verlegung vor sein Anwesen geben werde.

Bei der städtischen Nahverkehrsgesellschaft Traffiq versteht man die Aufregung nicht. Wie Sprecher Klaus Linek auf Anfrage mitteilt, reicht der Platz aus, um am neuen Standort eine barrierefreie Haltestelle zu bauen. Eine Wartehalle sei nicht vorgesehen, so Linek, das sei auf der Kalbacher Hauptstraße schwierig. hub

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