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Kalbach Klapperschlange geht an Tanya Stewner

150 Kinder beteiligten sich am Literaturpreis „Kalbacher Klapperschlange“. Die Initiatoren der Kinderbuchmesse brauchen dringend neue Helfer.

Der Kinderliteraturpreis die Kalbacher Klapperschlange erhielt Tanya Stewner für ihr Buch Alea Aquarius. Foto: Monika Müller

Auf der Kinderbuchmesse versteht man am Samstagnachmittag sein eigenes Wort nicht mehr. Mädchen und Jungen schwirren wie wild umher und schmökern in Literatur. Doch als um 15 Uhr die Preisrichter die Bühne in der alten Turnhalle betreten, wird es mucksmäuschenstill. Nicht ohne Grund: Sie lüften das Geheimnis um den diesjährigen Siegertitel der „Kalbacher Klapperschlange“ – einem Literaturpreis, den jedes Jahr eine reine Kinderjury vergibt.

Die Spannung ist buchstäblich mit den Händen zu greifen, als Andrea Ruthemeyer und Steffi Trautmann vom Kalbacher Kinderverein verkünden, dass das Werk „Alea Aquaris – Der Ruf des Wassers“ von Tanya Stewner die meisten Kinder überzeugt hat. Zur Überraschung vieler betritt die Siegerautorin kurz danach die von Künstlerin Jana Zahn dekorierte Bühne und nimmt den Preis eigenhändig entgegen.

150 Dritt- bis Neuntklässler gaben bei der 29. Auflage der „Klapperschlange“ 1245 gültige Beurteilungen ab. Dafür mussten sie mindestens fünf Bücher aus einer 60 Titel umfassenden Liste gelesen haben – ein Mädchen schaffte 49 Bücher. „Die meisten Teilnehmer sind Grundschüler“, sagt Sylvia Grothe vom Klapperschlangen-Team. Sie freut sich, dass immer mehr Kinder vom benachbarten Riedberg mitmachen. Daher firmiert die Buchmesse bei ihrer 32. Auflage erstmals unter dem Namen Kalbach-Riedberg.

Zu den Rekordlesern der diesjährigen „Klapperschlange“ zählt Manon Stenzel. Seit Mai hat das Mädchen vom Riedberggymnasium in 35 Büchern geschmökert. „Ich mag Krimis am liebsten“, sagt die 13-Jährige, die bis zu eineinhalb Stunden am Tag liest. Zur Freude ihrer Mutter. „Es macht mich stolz“, sagt Marion Grupe, die ihrer Tochter schon vorlas, als sie noch ein Kleinkind war. „Das hat bei uns Tradition.“

Hunderte Besucher

Hunderte Besucher schlendern an den beiden Messetagen durch die Halle am Grubweg. Aussteller ist die Kinderbuchhandlung Tatzelwurm. Eine Bastelecke, ein Bilderbuchkino und ein Literatur-Rätsel gehören ebenso zum Programm wie eine Lesung mit Schriftstellerin Antje Herden sowie ein Kinderkonzert in Kooperation mit den „Frankfurter Flöhen“. „Herr Müller und seine Gitarre – Schräge Typen“, lautet der Titel.

Der Kinderverein, der im alten Kalbacher Rathaus eine Bücherei betreibt, entstand 1983 aus einer Elterninitiative heraus. Fünf Jahre später rief Autorin Regina Rusch die „Klapperschlange“ ins Leben. Der Literaturpreis ist inzwischen weit über Frankfurt hinaus bekannt. „Wir sind stolz über jedes Kind, das fünf Bücher schafft – das ist eine Leistung“, sagt Vereinschef Hans Jörg Troost.

Dass heutzutage immer mehr Kinder am Computer sitzen statt zu Literatur zu greifen, kann man beim Kinderverein nicht bestätigen. „Lesen ist nach wie vor eine sehr beliebte Freizeitbeschäftigung“, sagt Sylvia Grothe. Sie erklärt: „Dabei tauchen Kinder in ihre eigene Welt ein.“

Damit der Verein Kinder weiterhin zu Weltenbummlern machen kann, benötigt er Unterstützung. Unter dem Motto „SOS-Buchmesse – ich bin dabei“ richtet er einen Appell an Mütter und Väter. „Das ist ein Weckruf“, betont Hans Jörg Troost. „Wir brauchen dringend neue Helfer.“

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