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Justiz Neue Häuser des Jugendrechts geplant

In Frankfurt sollen zwei weitere Einrichtungen für straffällige Jugendliche entstehen.

Haus des Jugendrechts
Das Haus des Jugendrechts in Frankfurt. Foto: Andreas Arnold

Die hessische Justiz will im Kampf gegen Jugendkriminalität verstärkt auf die Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen setzen. Neben den derzeit bereits vorhandenen drei Häusern des Jugendrechts sind mindestens drei weitere geplant. In den Einrichtungen agieren jeweils Staatsanwaltschaft, Polizei und Jugendgerichtshilfe unter einem Dach, um repressive und präventive Maßnahmen gegen straffällige Jugendliche schneller und gezielter steuern zu können. Je schneller Strafverfahren gegen Jugendliche abgeschlossen werden, umso größer sei der Eindruck bei den jungen Delinquenten, heißt es.

Bislang gibt es zwei derartige Einrichtungen in Frankfurt und eine in Wiesbaden. Die beiden Frankfurter Häuser in Höchst und im Mertonviertel sind bei der Jugendabteilung 9 der Frankfurter Staatsanwaltschaft angedockt. Abteilungsleiter Axel Kreutz ist von dem Konzept der Strafverfolgung unter einem Dach überzeugt. „Wir haben gute Erfahrungen gemacht, was die Zusammenarbeit angeht“, sagt der Oberstaatsanwalt. Die Erfahrungen seien so gut, dass über weitere Einrichtungen nachgedacht werde.

Bereits seit Ende 2016 ist ein drittes Haus in Frankfurt in Planung. Ursprünglich sollte es in Sachsenhausen angesiedelt werden. Doch die Suche nach einer geeigneten Immobilie gestaltet sich schwierig. Mit der Suche betraut ist der Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH). Laut LBIH wird bei einem Haus des Jugendrechts Süd von einem Flächenbedarf von 2210 Quadratmetern ausgegangen. Dazu kommen viele spezifische Anforderungen, um Polizei, Staatsanwaltschaft und Sozialarbeitern eine reibungslose Arbeit ermöglichen zu können.

Es sei kein einfaches Mietgesuch, räumt die LBIH ein. „Vielmehr ist davon auszugehen, dass bei einer Anmietung für das Haus des Jugendrechts Frankfurt Süd umfangreiche Baumaßnahmen erforderlich sein werden“, heißt es in einer schriftlichen Antwort.

Nach FR-Informationen wird die dritte Dependance nicht wie ursprünglich geplant in Sachsenhausen, sondern in der Bürostadt in Niederrad entstehen, wo derzeit mehrere Angebote sondiert werden.

Abteilungsleiter Kreutz zufolge soll zudem ein viertes Haus in Frankfurt entstehen, dann im Frankfurter Osten. Kreutz betont dabei, dass die Standorte der Häuser kein Hinweis auf einen besonderen Kriminalitätsschwerpunkt darstellen, sondern lediglich einer geografischen Logik folgen würden. Neben Wiesbaden und Frankfurt sollen Kreutz zufolge aber auch Offenbach und Hanau in absehbarer Zeit Häuser des Jugendrechts erhalten. Das hessische Justizministerium wollte das auf Anfrage noch nicht bestätigen. Geplant seien solche Einrichtungen „überall dort, wo sie Sinn machten“, so Sprecher René Brosius. Für eine Sinnhaftigkeit müssten drei Kriterien erfüllt sein: Es muss ein gewisses Fallaufkommen vorliegen, die finanziellen Mittel müssen zur Verfügung stehen und „die Kommune muss mitziehen“, so Brosius. In Frankfurt klappe die Zusammenarbeit sehr gut, andernorts nicht ganz so gut.

Beim dritten Haus in Frankfurt, bestätigt Brosius, hänge es tatsächlich nur noch an den Räumlichkeiten. „Es ist nicht ganz so einfach, eine Immobilie zu finden.“

Probleme dieser Art hatte zuletzt auch die Frankfurter Polizei, als sie Räumlichkeiten für ihre neue Dienststelle im Bahnhofsviertel suchte. Eine weitere Behörde plant nach FR-Informationen die Verlegung von Beamten ins Rhein-Main-Gebiet, ist aber auf der Suche nach einer Immobilie noch nicht fündig geworden. Der bevorstehende Brexit macht auch der öffentlichen Hand zu schaffen.

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