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Jugendfeuerwehr Die Schule brennt

Die Frankfurter Jugendfeuerwehren zeigen bei ihrer großen Herbstabschlussübung, was sie für den Einsatz schon alles gelernt haben.

29.10.2018 09:25
Frankfurt. Uebung der Feuerwehr Jugend. TAGESHONORAR.
Löschen, was der Schlauch hergibt bei der Übung an der Schule. Foto: Renate Hoyer

Qualm steigt auf am Samstagnachmittag vor der Schule am Ried. Auch aus den Gebäuden raucht es. Nur wenige Momente später sind laute Sirenen zu hören. Mit Blaulicht rücken mehr als 20 Jugendfeuerwehren aus den Frankfurter Stadtteilen mit ebenso vielen Löschfahrzeugen zu ihrer Herbstabschlussübung an.

Unter möglichst realistischen Bedingungen üben die Nachwuchs-Brandbekämpfer das, was sie während des Jahres gelernt haben. Rund um das Gebäude und darin haben Ausbilder unterschiedliche „Einsatz-Szenarien“ aufgebaut, bei denen die Zehn- bis 17-Jährigen Brandherde eindämmen und Menschen retten müssen. Auch ein Verkehrsunfall und ein „Gefahrgutaustritt“ werden simuliert. In rostigen Tonnen lodert echtes Feuer. Mitglieder der Jugendfeuerwehr Niederrad ahmen Explosionen mit Knalleffekten nach.

Durch Disco-Nebel hindurch laufen Malte und drei seiner Kameraden von der Jugendfeuerwehr Kalbach in einen Flur des Schulgebäudes. Aus einem Lautsprecher tönt eine Stimme: „Bitte räumen Sie sofort das Gebäude.“ Auf dem Boden liegt ein Junge, die Augen geschlossen, eine Platzwunde aus Kunstblut am Kopf. Malte ruft nach draußen: „Die Trage!“ Zu viert wird der Verletzten-Darsteller auf den Stoff der Bahre gehoben und festgezurrt. „Alle an die Trage!“, ruft Malte, und der vermeintlich Verletzte wird abtransportiert. „Es ist ein tolles Gefühl, mit Freunden und Kameraden die Übung zu bewältigen“, erzählt der 14-Jährige später. Er wolle nach Erreichen der Volljährigkeit in die Einsatzabteilung wechseln. „Adrenalin“ und „Aufregung“ habe er verspürt, als seine Gruppe mit Blaulicht auf den Schulhof gefahren sei.

Ein Highlight von jedem Übungsjahr

„Ein Highlight von jedem Übungsjahr“, sagt Christian Schmicker. Der freiwillige Feuerwehrmann aus Bonames, der mit seinen beiden kleinen Kindern zum Zuschauen gekommen ist, habe sich als Jugendlicher immer sehr auf diese Übungen gefreut. „Es wird mit Blaulicht gefahren, das ist während des Jahres meist nicht möglich“, berichtet Schmicker.

Rund 270 junge Feuerwehrleute und Anleiter sind dieses Mal dabei, davon mehr als ein Viertel Mädchen. Alle Kinder und Jugendlichen tragen einheitlich blau-orange Overalls und orange Helme. „Hier kann der Nachwuchs zeigen, was er das ganze Jahr über erarbeitet hat“, sagt Dennis Raasch, Sprecher der Stadtjugendfeuerwehr. Nadia und Natalia vom „Schlauchtrupp“ aus Praunheim halten gemeinsam das Ende eines roten Schlauches, das sie auf das Schulgebäude richten. „Es gab eine Explosion im Gebäude“, sagt Nadia. Mehr hätten sie nicht erfahren, als sie ins Löschfahrzeug gestiegen seien. „Wir achten darauf, dass das Feuer nicht aufs Dach übergeht, oder?“, fragt die 13-Jährige ihre ein Jahr ältere Kameradin. „Ja“, bestätigt diese knapp. „Dass wir Kameradinnen sind und uns gegenseitig helfen“, gefällt Natalia am besten bei der Feuerwehr. „Es macht Spaß, und man findet Freunde“, ergänzt Nadia.

Am wichtigsten bei der Übung sei die „Vorsicht, nicht zu weit in verrauchte Bereiche zu gehen“, berichtet Gruppenleiter Jan Weber. „In Kameradschaft arbeiten, immer als Trupp und nie alleine“ werde ebenso vermittelt wie „aus den Knien zu heben“. Spaß sollten die „Kids“ daneben auch haben, findet Weber. Nachdem alle Schläuche eingerollt und die übrige Ausrüstung wieder eingeräumt ist, lässt der Feuerwehr-Nachwuchs den großen Übungstag bei einem gemeinsamen Essen ausklingen.

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