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Jüdisches Museum Mit Offenheit gegen Antisemitismus

Das Jüdische Museum lädt mit einem vielfältigen Programm vom 10. bis zum 15. November auf seine Baustelle ein.

Open House
„Open House“ heißt das Motto auf der Baustelle Untermainkai 14-15 vom 10. bis zum 15. November. Foto: Peter Jülich

Es hämmert und dröhnt im Inneren des alten Rothschild-Palais. Und Mirjam Wenzel hört es mit Genugtuung. Die Sanierung und Erweiterung des Jüdischen Museums in Frankfurt schreitet voran. Und die Direktorin und ihr Team setzen sehr bewusst ein Zeichen. Ein Jahr vor der (Wieder-)Eröffnung des Hauses im November 2019 laden sie die Öffentlichkeit zum „Open House“ ein – einem vielfältigen Programm auf der Baustelle mit Konzerten, Filmvorführungen, Diskussionen und Performances.

In Zeiten eines wachsenden Antisemitismus und Rassismus ist das „sehr mutig und richtig und wichtig“, wie Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) urteilt. Mirjam Wenzel aber bleibt sich lediglich treu: Seit die heute 46-Jährige vor knapp drei Jahren ihr Amt antrat, heißt ihre Devise: Offenheit und Bürgerbeteiligung. Mit sogenannten Pop-up-Formaten, einem temporären Zelt etwa auf dem Willy-Brandt-Platz, versuchte sie die Menschen für jüdisches Leben heute und in der Vergangenheit zu interessieren, Barrieren abzubauen.

Vor   30 Jahren, am 9. November 1988, war der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) nach Frankfurt am Main gereist, um das erste Jüdische Museum in Deutschland zu eröffnen. Damals ging es darum, an das jüdische Leben vor dem Holocaust zu erinnern – und mit dem Haus auch Schuld abzutragen.

Frankfurt investiert 43 Millionen Euro

Und heute? Als Mirjam Wenzel im Gespräch mit der FR durch den Neubau geht, ist immer wieder der Begriff „Dazwischen“ zu hören. Das Dazwischen: Für die Literaturwissenschaftlerin ist es „ein Ausdruck der gegenwärtigen Situation von Juden in Deutschland und Europa“.

Auch die Installation des israelischen Künstlers Nir Alon im Rothschild-Palais spricht von Instabilität, erweckt den Eindruck, als könne da gleich etwas zusammenbrechen, das mühsam aufgebaut worden ist. „The Glory and the Misery of Our Existence“ hat Alon seine Konstruktion aus Möbeln und Leuchten genannt, die von Schnüren gerade noch so zusammengehalten wird.

43 Millionen Euro investiert die Stadt Frankfurt in die Sanierung und Erweiterung des Museums, zwei Millionen Euro steuert das Land bei. Und drei Millionen Euro hat der sehr engagierte Förderverein des Hauses unter dem Vorsitz des früheren Frankfurter Oberbürgermeisters Andreas von Schoeler bisher gesammelt. Ein großer Erfolg.

Er erzählt davon, dass es in Frankfurt, einer Stadt mit sehr großem privaten Reichtum, noch immer ein bürgerschaftliches Engagement gibt.

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