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Jüdische Gemeinde Synagoge mit neuem Entree

Die Betonsperren, die zurzeit die Westend-Synagoge vor terroristischen Angriffen schützen, sollen einer neuen Treppenanlage weichen. Das jüdische Gotteshaus soll so einen würdigeren Rahmen erhalten.

09.08.2012 21:08
Gehört zu den gefährdeten Gebäuden in Frankfurt: die Westend-Synagoge. Foto: Rolf Oeser

Seit vielen Jahren treffen sich die Mitglieder der Jüdischen Gemeinde hinter Betonsperren, wenn sie am Sabbat zum Beten in die Westend-Synagoge gehen. Diese Sperren in der Freiherr-vom-Stein-Straße sollen Sicherheit gegen terroristische Attacken bieten, sie halten aber alle Außenstehenden auf Abstand und isolieren das jüdische Leben.

Jetzt will die Stadt aus der dem Verkehr entzogenen Fahrbahn einen gepflasterten Vorplatz für das über 100 Jahre alte Gebäude machen. Statt der Beton-Abweiser kommt „eine dreistufige Treppenanlage“ an den Rand. Außerdem sollen zwei Dutzend Betonkuben gesetzt werden, die „die Fläche zur Straße gliedern“. Dort integrierte Strahler sollen „mittels Streulicht die Gehwegbereiche um die Synagoge zusätzlich gliedern“. Der Magistrat hat der Vorplanung am Mittwoch zugestimmt, am Montag, 13. August, wird die Planung, die über zwei Millionen Euro aus dem Programm „Schöneres Frankfurt“ kosten wird, im Ortsbeirat 2 vorgestellt. Pläne zu dem Thema werden seit 2007 diskutiert, seien aber „seitens der Jüdischen Gemeinde verworfen worden“, steht im Magistratsbericht. Die jetzt vorgesehene Gestaltung habe die Gemeinde angeregt.

Die Pogromnacht überstanden

Der Magistrat betitelt die Nachricht zu seinem Beschluss mit dem Wunsch, der Umbau werde „Frankfurts Hauptsynagoge und dem Zentrum der jüdischen Gemeinde einen würdigen Rahmen geben“. Die Westend-Synagoge ist das einzige der großen jüdischen Gotteshäuser, das die Brandstiftungen während der Pogromnacht im November 1938 überstanden hat, weil das Feuer gelöscht werden konnte. In den Augen der Stadtplaner ist das mächtige Bauwerk, das 1950 nach einer provisorischen Renovierung wieder geweiht worden war, „Bestandteil der für den Stadtteil typischen gründerzeitlichen Blockrandbebauung“.

Gleichzeitig gehört die Synagoge zu den gefährdeten Gebäuden in Frankfurt und wird deshalb rund um die Uhr von der Polizei überwacht. Der Posten hat an der Seite zur Altkönigstraße einen Wachcontainer bekommen. Die Planer sehen in dem neuen Entree auch die Gelegenheit zu „einer Ausweitung des Sicherheitsbereiches“, was zur Folge habe, dass sich die in dem Bereich als Spielstraße ausgewiesene Altkönigstraße nicht mehr um Bäume „schlängeln“ dürfe, sondern begradigt werden müsse. Drei Linden werde das die Existenz kosten. Als Ersatz sind Neupflanzungen versprochen. Auch die Gaslaternen sollen „durch moderne elektrische Beleuchtung ersetzt werden“. (clau.)

Der Ortsbeirat 2 trifft sich am Montag, 19 Uhr, im Saalbau, Schwälmer Straße.

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