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Jubiläum Polizei Frankfurt feiert 150-jähriges Bestehen

Einsatzkräfte hautnah erleben: Zum Jubiläum gibt die Frankfurter Polizei Einblicke in ihre Tätigkeit. Vieles dürfen Kinder selbst ausprobieren, und die Vierbeiner sind die Stars.

Polizei Frankfurt
Bei ihrer Vorführung seilt sich das Spezialeinsatzkommando vom Dach ab, um eine fiktive Waffenübergabe zu verhindern. Foto: Michael Schick

Die Diensthunde der Polizei sind furchtlos und imposant. Der zweijährige Balu – ein deutscher Schäferhund – steht noch am Anfang seiner Karriere, während Brisko, Gino und Finni schon gestandene Polizeihunde sind. Ohne zu zögern, springen sie über brennende Hindernisse und stürzen sich mit weit geöffnetem Maul auf potenzielle Angreifer ihrer Herrchen und Frauchen. Nur um Sekunden später auf Kommando von der Beute abzulassen und sich abwartend hinzulegen.

Der Tag der offenen Tür der Frankfurter Polizei, mit dem die Behörde ihren 150. Geburtstag feierte, lockte am Samstag nach Angaben der Veranstalter mehr als 20 000 Besucher zum Polizeipräsidium an der Adickesallee. Auch der elfjährige Jeremy aus Rodgau und seine Eltern Jasmin und Oliver waren da. „Besonders gut haben uns die Vorführungen des SEK und der Hunde gefallen. Toll, wie die einfach übers Feuer springen“, sagte Jeremy und verriet noch: „Manchmal überlege ich auch, ob ich zur Polizei gehen sollte.“

Genau für solche Überlegungen machen die Beamten am Tag der offenen Tür Werbung. Wie funktioniert ein Blitzer? Wie sitzt es sich hinter dem Steuer eines Polizeiwagens? Und wie schwer ist eigentlich so eine kugelsichere Weste? Alle Fragen konnten durch Ausprobieren selbst beantwortet werden. Die Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) präsentierte Helme, Mehrzweckeinsatzstöcke und Übungsgeräte. In einer Show zeigte die Einheit, welche Kampftechniken sie im Repertoire hat, und der kleine Jannes aus dem Publikum durfte einem überwältigten Verbrecher selbst die Handschellen anlegen und ihn zu seiner Zelle bringen – Polizeiarbeit zum Anfassen.

Auch Feuerwehr, Technisches Hilfswerk (THW) und der Rettungsdienst der Johanniter nutzten den Tag, um ihre Arbeit näherzubringen. Beim THW konnte mit einem 30 Kilogramm schweren mechanischen Spreizer ein kleiner Wasserbecher gegriffen und an einen anderen Platz gestellt werden. In der Regel könne damit bis zu 3,2 Tonnen Kraft ausgeübt werden, verriet ein Helfer.

„Wir wollten uns das Ganze einfach mal angucken“, sagte Helmut Polster aus Bingen (Rheinland-Pfalz). Er habe sich mit den Beamten bei der Videoüberwachung des fließenden Verkehrs länger unterhalten. Seine Tochter war besonders von der Hundeführung begeistert.

Wer ins Innere des Polizeipräsidiums vordringen wollte, musste zunächst durch die Taschenkontrolle. Anschließend konnten die Besucher einen Blick in die Werkstatt der Polizei werfen oder sich die neueste Überwachungstechnik der Beamten anschauen. Besonders für Kinder wurde einiges geboten. Wer mutig war, konnte sich (kurz) in eine der Zellen sperren lassen. Ob manche Eltern nach einer Anwendungsmöglichkeit für zu Hause fragten, ist nicht bekannt.

Eine lange Schlange bildete sich vor dem Erkennungsdienst. Bei dieser kriminaltechnischen Untersuchungsstelle konnten die Kleinen ihre Fingerabdrücke nehmen lassen und die Beweise samt einem Foto von ihnen mit nach Hause nehmen.

„Meine Frau arbeitet hier, und unsere Freunde wollten das alles hier mal sehen“, erzählte Thomas Petrovsky. Das Programm gefalle ihm sehr gut, sagte der Mann, der selbst Polizist ist. Es gebe nicht oft die Gelegenheit, sich bei den verschiedenen Kollegen so umfänglich über die jeweiligen alltäglichen Aufgaben zu informieren.

Im Freien sorgte die berittene Polizei für Aufsehen. Eine riesige Kindertraube scharrte sich um die zwei Pferde mit ihren Reiterinnen. Jeder wollte die großen Warmblüter einmal streicheln. „Wollen wir weiter?“, fragte eine Mutter ungeduldig. „Nein, lieber streicheln“, antwortete der Sohn ganz ruhig.

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