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Japan-Festival Rühren, bis der Tee schäumt

Klassisches und Modernes aus Fernost sind bei bei Frankfurts erstem Japan-Festival zu sehen.

Japan Festival
Kamii Hiroharu heizte die Besucher mit Shami-Rock ein. Foto: Renate Hoyer

Mit einem Teebesen aus Bambus rührt der Mann die giftgrüne Flüssigkeit, bis sie schäumt. Eine Traube von Menschen hat sich um ihn gebildet und schaut dem Verkäufer des Teeladens zu, wie er das Getränk aus einem grünen Pulver, lauwarmem Wasser und Milch zubereitet und in kleinen Bechern an die Umstehenden verteilt. „Das ist japanischer Matcha-Tee, den man auch als Matcha-Latte machen kann“, sagt der Mann und ergänzt: „Sie brauchen nicht viel Wasser und Sie sollten rühren, bis er richtig sämig ist“.

Bei Frankfurts erstem japanischem Festival „Main Matsuri“ auf dem Walther-von-Cronberg-Platz in Sachsenhausen können die Besucher einiges entdecken und Ungewöhnliches probieren. Am frühen Sonntagnachmittag haben sich an den Essensständen, die „Ramen-“ und „Udon“- Nudelsuppen sowie japanische Pfannkuchen anbieten, lange Schlangen gebildet. Auf einer großen Bühne sind ein „Taiko“-Ensemble mit mächtigen Röhrentrommeln und Flötenspiel zu sehen. Das Konzert der Band „Kao=s“ ist geprägt von den rhythmischen Klängen der dreisaitigen „Shamisen“-Gitarre.

Comicmagazine und Fanartikel 

Zahlreiche Besucher haben sich fantasievoll als „Cos-Player“ (Kostüm-Spieler), inspiriert von ihren Helden aus Manga-Comics, verkleidet. An vielen der 42 Stände auf dem Platz am südlichen Mainufer werden die bekannten Comicmagazine und Fanartikel – wie Stofftiere – angeboten. Naho Okamur und Leonie Berens schauen sich auf einer kleineren Bühne den Tanzauftritt zweier Frauen und dreier Mädchen an, die sich zu sanften Klängen in traditionellen Gewändern mit Schirmen im Rhythmus der Musik bewegen. „Ich habe nicht so viel Manga- und Anime-Kultur erwartet“, berichtet Berens von ihren ersten Eindrücken. Ihre Arbeitskollegin ergänzt: „Obwohl ich Japanerin bin, mag ich Mangas auch nicht so gerne“. Die 36-Jährige bevorzuge traditionellen Tanz und das japanische Essen. Okamur sagt, „so ein Fest gab es bisher nicht in Frankfurt, und es ist sehr gut besucht“.

Mit initiiert wurde das Matsuri-Festival, nach dem Begriff für japanische Volksfeste benannt, von einer Fluggesellschaft, die das 25-jährige Bestehen ihrer Linie Frankfurt – Tokio feiert. Florian Höhr vom Veranstalter, einer Agentur, die eigens für das Fest gegründet wurde, sagt: „Wir wollen japanische Kultur unter die Leute bringen“. 20.000 Besucher, schätzt Höhr, seien an den drei Festivaltagen gekommen. Den Schwerpunkt Mangas erklärt er so: „Im Westen ist moderne japanische Popkultur im Allgemeinen beliebter.“ Das traditionelle Japan werde durch Workshops und Vorträge, etwa über Kalligraphie, oder durch Sushi-Kochkurse repräsentiert. Auch der Umgang mit Pfeil und Bogen aus der Kampfkunst „Kyudo“ wird demonstriert. Daneben gebe es einen Workshop für „Japaneinsteiger“, berichtet Höhr. „Ganz wichtig sind Benimmregeln“, sagt er. Zu Gast bei Japanern müsse man die Schuhe an der Haustüre lassen und für den Gang zum WC „Toiletten-Pantoffeln“ anziehen.

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