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Israelisches Generalkonsulat Frankfurt Der Mann vom israelischen Generalkonsulat

Das israelische Generalkonsulat entsendet einen eigenen Vertreter nach Frankfurt: Helge Eikelmann. Er soll die Netzwerke zwischen der Rhein-Main-Region und Israel intensivieren.

Der Politikwissenschaftler Helge Eikelmann. Foto: peter-juelich.com

Was so ein kurzes, zufälliges Gespräch nicht alles bewirken kann. Knapp 30 Minuten habe er mit dem israelischen Generalkonsul im Auto gesessen, sagt Helge Eikelmann, darüber geredet, was für Projekte man planen könnte, um mehr Austausch zwischen Schülern und Flüchtlingen hinzubekommen. „Und in diesem Zusammenhang sagte er mir, dass er gerne mehr im Rhein-Main-Gebiet machen würde.“ Noch vor Ende der Autofahrt habe er einen neuen Job gehabt, sagt Eikelmann. „Das passte einfach alles hervorragend zusammen.“

Helge Eikelmann, 36 Jahre alt, in Frankfurt geboren, Politikwissenschaftler und bis vor kurzem selbstständiger PR-Manager in München, ist eine Art kleine Weltpremiere. Seit einigen Wochen ist er „Repräsentant des israelischen Generalkonsulats“. Schon seit längerer Zeit hat Dan Shaham, israelischer Generalkonsul mit Sitz in München, immer stärker seine Fühler in Richtung Frankfurt ausgestreckt – auch, weil hier wegen der Städtepartnerschaft mit Tel Aviv bereits gute Kontakte bestanden.

Nun soll Eikelmann von einem eigenen Büro in Frankfurt aus Ansprechpartner für Unternehmen oder Kulturschaffende sein und die Netzwerke zwischen der Rhein-Main-Region und Israel intensivieren. Außerdem soll er einige repräsentative Aufgaben übernehmen. Es ist das erste Mal, dass das israelische Außenministerium in dieser Art und Weise einen Mitarbeiter beschäftigt, der weder Israeli noch Teil des diplomatischen Corps ist. „Mit dieser Repräsentanz betritt das Konsulat Neuland“, sagt Eikelmann.

Zufällig mit Israel in Kontakt gekommen

Frankfurt und die Region seien für israelische Unternehmen und Hochschulen äußerst wichtig, erklärt Eikelmann das steigende Interesse. Hier sei nun mal „der Hotspot“ für deutsche IT-Firmen, Datensicherheit, Startup-Unternehmen und die Finanzindustrie. Es gebe einige israelische Firmen, die schon in der Region tätig seien, und auch im kulturellen Austausch passiere viel. Eikelmann will nun verstärkt israelische Künstler nach Frankfurt holen und mittelständische Unternehmen überzeugen, sich für den israelischen Markt zu interessieren.

Zunächst will er in seiner neuen Rolle aber zwei konkrete Projekte umsetzen: Er soll das Programm „New Kibbuz“ ausweiten, über das im vergangenen Jahr erstmals 20 bayrische Studierende Praktika in israelischen Startup-Firmen bekamen. In den 70er- und 80er-Jahren seien viele junge Deutschen für ein Jahr in eine der „Kibbuz“ genannten Kollektivsiedlungen in Israel gegangen, sagt Eikelmann. „Und der neue Kibbuz ist eben das israelische Startup.“ Für das Programm nehme er bereits Kontakt zu Universitäten auf. Als Zweites will Eikelmann den „Hessen Israel Partnership Accelerator“ (HIPA) vorantreiben, eine Art Netzwerk, das deutsche und israelische Studierende bei der Gründung innovativer Unternehmen im Bereich Datensicherheit unterstützen soll.

Eikelmann selbst ist eher zufällig mit Israel in Kontakt gekommen. Über geschäftliche Kontakte zu israelischen Unternehmern übernahm er die Leitung des Büros der Deutsch-Israelischen Wirtschaftsvereinigung in München, parallel war er jahrelang in der politischen Bildungsarbeit tätig. Als Konsul Dan Shaham die Idee einer israelischen Repräsentanz in Frankfurt aufbrachte, hätten er und seine Frau sowieso gerade beschlossen, zurück nach Hessen zu ziehen, sagt Eikelmann. „Ich war einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“

Nun freue er sich auf die neue Aufgabe, die für ihn nicht nur mit Wirtschaft zu tun hat. Gerade in der Debatte um Flucht und Integration könne man aus den Fehlern und Errungenschaften Israels als multikulturellem Einwanderungsland einiges lernen, sagt Eikelmann.

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