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Islamophobie Heidi Mund ruft zur Menschenkette auf

Die radikale Christin und Islamgegnerin Heidi Mund aus Frankfurt will eine betende Menschenkette entlang der deutschen Landesgrenze organisieren. Die Idee dazu kommt, wenn man ihr glauben darf, vom lieben Gott höchstpersönlich.

Heidi Mund will eine betende Menschenkette entlang der kompletten deutschen Landesgrenze organisieren. Foto: peter-juelich.com

Ein bisschen eigen war Heidi Mund ja schon immer. Bereits als die Frankfurterin mit ihrem Mann, dem Stadtverordneten Mathias Mund (Bürger für Frankfurt), Anfang des Jahres den ersten lokalen Pegida-Ableger gründete und so einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde, staunten viele über ihre exzentrischen öffentlichen Auftritte. Schon im Herbst 2013 hatte die radikale Christin und erklärte Islamgegnerin Mund den Auftritt eines Muezzins in einer Speyerer Kirche gestört, im Oktober vergangenen Jahres hatte sie in Köln 5000 Anhängern der rechten „Hooligans gegen Salafisten“ Gottes Segen gespendet.

Ihre bislang letzte Show lieferte Mund am 17. Juni auf dem Römerberg ab, als sie mit 15 Getreuen einen Kranz am Gerechtigkeitsbrunnen aufhängte, um der Opfer des Volksaufstandes in der DDR zu gedenken. Nach der grotesken Veranstaltung, bei der Mund in einem Polizeikessel im Kreis spazierte, hatten viele Beobachter erwartet, Munds Karriere als Retterin des Abendlandes könnte bald ein Ende finden.

Visionen von ganz oben

Doch weit gefehlt. Im Internet ruft Heidi Mund unter dem Titel „Save Europe 2015“ jetzt zu einem „historischen Event“ auf: Am 3. und 4. Oktober will sie eine betende Menschenkette entlang der kompletten deutschen Landesgrenze organisieren. Es gehe um einen „Erweckungsdurchbruch in Deutschland und Europa“, schreibt Mund auf einer eigens eingerichteten Website.

Man wolle eine „geistliche Mauer um unser Land“ bilden, heißt es dort weiter: „Wir zerbrechen die Joche, widerstehen den Mächten der Finsternis und setzen den Segen Gottes frei.“ Was das eigentlich bedeuten soll, bleibt bei der Lektüre der Seite freilich etwas unklar, nicht aber, woher Mund ihre Idee hat. Denn die kommt, wenn man ihr glauben darf, vom lieben Gott höchstpersönlich. Der habe ihr bereits zwei Mal die Vision einer Menschenkette gegeben, „die Hand in Hand an der Grenze betet“, schreibt Mund.

Wie sie bis Oktober Hunderttausende Menschen von Flensburg bis Konstanz für ihre Aktion mobilisieren will, bleibt vorerst Munds Geheimnis. Wenn man so ihre Website betrachtet, möchte man ihr fast einen Rat von Altkanzler Helmut Schmidt mit auf den Weg geben: „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen.“

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