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Internationaler Frauentag in Frankfurt Pussyhats zum Frauentag

Nur wenige Teilnehmer finden am Frauentag den Weg zur Kundgebung in der Frankfurter City. Im DGB-Haus geht es kuscheliger zu. Dort werden aus Protest gegen US-Präsident Trump Pussyhats gestrickt.

Frauentag 2017 in Frankfurt
Es schüttet, aber unterkriegen lässt sich beim Frauentag 2017 in Frankfurt keine. Die Platanen sind bestens geeignet, um die Transparente zu befestigen. Foto: Christoph Boeckheler

Es regnet in Strömen und man könnte diesen Mittwoch getrost den Tag der Regenschirme nennen – wäre es nicht eben doch der Weltfrauentag: „Mutig, selbstbewusst, kämpferisch, weltweit“ steht auf einem knallgelben Transparent, das auf die Kundgebung um 16 Uhr an der Hauptwache aufmerksam machen will.

Obwohl sich nur etwa 50 Frauen und Männer eingefunden haben, glaubt Karin Marinella (66) von „Courage“ an „einen Aufbruch in der Frauenbewegung“. Zwölf ganz unterschiedliche Organisation hätten sich in diesem Jahr erstmals zusammengeschlossen, darunter „die Jusos aus Hanau“ und Migrantengruppen. Auch Corinna Kaske Jones von der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands spricht von „Aufschwung“, ausgelöst durch die „frauenfeindliche Politik von Trump und Putin“. In vielen Köpfen sei angekommen, „dass man sich zusammenschließen muss“.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die dem Regen trotzen, sind bunt gemischt: Alte, Junge, Frauen, Männer und fast alle tragen Regenschirm. Eine 34-Jährige fordert als Vertreterin von „Abolition 2014“ die Abschaffung der Prostitution. Wenn eine Frau käuflich sei, seien es alle Frauen, argumentiert sie. Für die Prostituierten sollte es Ausstiegsangebote geben. Freier sollten wie in Schweden und Norwegen bestraft werden. Dass auch immer mehr frauenbewegte Männer mitmachen – darüber freut sich Karin Marinella. Wanja Lange ist so einer: „Es ist wichtig, dass Frauen und Männer gemeinsam kämpfen für die Befreiung der Frau und eine befreite Gesellschaft“, sagt der 29-Jährige.

Pussyhats  aus rosa Wolle

Die David-Statue gleich nebenan wird auch für den Geschlechterkampf vereinnahmt: Die Frauen von Care Revolution haben ihm eine Schürze umgebunden: „Ich, David, fordere meinen gleichen Anteil an der Sorgearbeit und ein bedingungsloses Grundeinkommen.“ Frauendezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) ist bei der Aktion auch mit im Spiel und kündigt am Rand der Kundgebung an, eine zweite Veranstaltung zum Thema Care-Arbeit auf die Beine zu stellen. Auch Heilig trägt Regenschirm.

Kuscheliger geht es im Gewerkschaftshaus zu: Die Dortmunder Professorin Ursula Schumm-Garling, die später über prekäre Arbeit reden wird, ist schon da. Im Raum 3 sitzen 14 Frauen und stricken aus rosa Wolle sogenannte Pussyhats – Mützen, mit den die Amerikanerinnen gegen ihren Präsidenten protestieren. Eineinhalb bis zwei Stunden brauche man für ein Exemplar, sagt Stefanie Then von der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen.

Wenn die Mützen fertig sind soll ein Gruppenfoto gemacht und über die sozialen Medien verbreitet werden. „Ah, hier ist die Action“, meint Britta Brandau von den DGB-Frauen. Man nehme Stricknadeln der Stärke 6 bis 6,5 und jeweils 38 Maschen auf.

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