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Integration in Frankfurt Erforschen, wie Teilhabe gelingt

Fachhochschule und Integrationsdezernat in Frankfurt führen eine gemeinsame Studie zur Ankommenskultur durch. Die Studie soll Hinweise darauf liefern, welche Faktoren für Integration und Bildungserfolg entscheidend sind.

Die Fachhochschule Frankfurt unter ihren aktuell rund 13 500 Studierenden einen außergewöhnlich hohen Anteil von Erstakademikern und Menschen mit Migrationshintergrund. (Symbolbild) Foto: Michael Schick

Das Frankfurter Integrationsdezernat und die Fachhochschule („University of Applied Sciences“) vertiefen ihre Zusammenarbeit und führen eine gemeinsame Studie zur Ankommenskultur durch. Ziel sei es, aus den Biografien der Studierenden mit Migrationshintergrund Hinweise darauf zu erhalten, welche Faktoren für Integration und Bildungserfolg entscheidend sind und welche strukturellen Hürden an der Hochschule wie auch in der Stadt abgebaut werden müssten, erläuterten FH-Präsident Frank E. P. Dievernich und Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) am Donnerstag.

Außerdem wollen Fachhochschule und Dezernat bei der Betreuung studentischer Abschlussarbeiten kooperieren und jährliche Vorlesungen renommierter Migrationsforscher, sogenannte „Integration Lectures“, veranstalten, etwa im Römer-Plenarsaal.

Die FH habe unter ihren aktuell rund 13 500 Studierenden einen außergewöhnlich hohen Anteil von Erstakademikern und Menschen mit Migrationshintergrund, sagte Dievernich. So hätten rund 24 Prozent der Studierenden eine nichtdeutsche Staatsbürgerschaft, geschätzt mehr als 30 Prozent einen Migrationshintergrund und knapp 40 Prozent seien die Ersten in ihren Familien, die studierten. „Wir sehen das als große Chance und Potenzial und möchten wissen, welche Elemente dazu geführt haben, dass diese Studierenden in der Gesellschaft und im Bildungssystem angekommen sind“, sagte Dievernich. Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg betonte, Forschung und städtisches Handeln müssten Hand in Hand gehen. Die geplante Studie könne helfen, die Bildungs- und Integrationspolitik in Frankfurt zu verbessern.

Abschlussarbeiten mit Amka

Zunächst sollen im Sommersemester qualititative Interviews mit Studierenden geführt werden, sagte Frank Heiner Weyel von der Zentralen Studienberatung, der die Studie gemeinsam mit dem Direktor des Forschungszentrums Demografischer Wandel, Andreas Klocke, leitet. Voraussichtlich im Wintersemester solle eine quantitative Befragung aller FH-Studierenden folgen, sagte Klocke.

Bei der Betreuung von Abschlussarbeiten sollen durch Austausch mit dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten (Amka) lokale Integrationsthemen aufgegriffen und in einer Schriftenreihe des Amtes veröffentlicht werden. Zwar betonte die zuständige Professorin Lena Inowlocki vom Institut für Migrationsstudien und interkulturelle Kommunikation: „Wir geben die Themen nicht vor.“ Die Kooperation könne aber helfen, Themenideen zuzuspitzen und Praxisbezüge herzustellen.

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