Lade Inhalte...

Integration Erfolgreiche Kombination für Migranten

Deutsch lernen und eine Ausbildung zur Verkäuferin machen - das ist das Ziel eines neuen Modellprojekts.

GFFB-Café
Die Besucherinnen im GFFB-Café freuen sich über ein erfolgreiches Modellprojekt. Foto: peter-juelich.com

Wer an sich glaubt, kann alles schaffen, beteuerte Jamila O. Die gebürtige Marokkanerin hat mit 43 Jahren ihre Ausbildung als Verkäuferin bestanden und am Mittwochvormittag während einer kleinen Feier im CFFB-Café ihr Zertifikat der Industrie- und Handelskammer erhalten. Vor einem Jahr wurde das Modellprojekt „Handel im Wandel“ mit dem Integrationspreis der Stadt Frankfurt ausgezeichnet. Die Vorschusslorbeeren haben sich ausgezahlt: 70 Prozent der Teilnehmerinnen haben die Prüfungen bestanden, eine „beeindruckende Erfolgsquote“, wie Christian Mittermüller vom hessischen Arbeitsministerium urteilte. Das Ministerium hat das Modellprojekt finanziell unterstützt. Mit seiner „berufsintegrierten Sprachförderung“ habe das Projekt „methodische Pionierarbeit“ geleistet.

Angebote zum Erwerb der deutschen Sprache seien neu für das Jobcenter, sagte die Geschäftsführerin der Frankfurte Jobcenter, Claudia Czernohorsky- Grüneberg und versprach das Projekt Handel im Wandel fortzusetzen. Das Alter spielt dabei offenbar keine Rolle. Die Teilnehmerinnen – der Fairness halber sollte erwähnt werden, dass auch ein Mann die Ausbildung absolvierte, seien zwischen 31 und 50 Jahre alt. „Auch eine späte Qualifizierung sei besser als gar keine.“ 50 Prozent der von den Jobcentern betreuten Erwerbslosen hätten einen Migrationshintergrund. Czernohorsky-Grüneberg möchte die Teilzeitausbildung ausbauen und Teilzeitarbeit generell aufwerten. Auch eine Teilzeitbeschäftigung schlage sich beim Erwerbseinkommen nieder.

Mit dem Modellprojekt sei der Beweis erbracht worden, dass eine Ausbildung auch nach längerer Arbeitslosigkeit möglich ist, wenn sie individuell auf die Teilnehmerinnen zugeschnitten ist, meinte die Geschäftsführerin der gemeinnützigen GFFB GmbH, Barbara Wagner. Die sieben Frauen, die an diesem Vormittag ihren Abschluss feiern durften, würden alle aus unterschiedlichen Ländern stammen, so dass sie „gezwungen waren, miteinander Deutsch zu sprechen.“ Wagner bedauerte, dass bei den regulären Angebote zur beruflichen Weiterbildung oder auch bei Umschulungen keine Sprachförderung vorsehen sei. Hier müsse der Gesetzgeber nachbessern, forderte Wagner. Auch der Vertreter der Landesregierung, Christian Mittermüller, räumte die Notwendigkeit ein, die Richtlinien zu überarbeiten.

Wie es nun weitergeht? Vier Monate werden die Frauen noch vom CFFB betreut, der ihnen bei der Suche nach einem Arbeitsplatz hilft. Ihnen werden gute Erfolgsaussichten eingeräumt. „Der Arbeitsmarkt ist offen wie selten“, urteilte Mittermüller. Und Geschäftsführerin Wagner versäumte nicht darauf hinzuweisen, dass die Firmen, in denen sie unterkommen, finanziell gefördert werden. 

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen