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Insekten in Frankfurt Auf zum Insekten-Zählen

Der Nabu bittet aufzuschreiben, was binnen einer Stunde vorbeikreucht und -fleucht – wir zählen in Frankfurt schon mal fleißig mit.

Suche nach Insekten
Zugegeben – zum Insektensuchen ist ein Fernglas nicht das optimale Instrument. Auch kein ganz kleines. Foto: peter-juelich.com

Da! Eine Heuschrecke! Und wie weit die hüpfen kann! Ach was, hüpfen – fliegen trifft es ja wohl viel besser. Die mal gleich fotografieren. Heuschrecke: „Hahahahaha!“ Nee, jetzt im Ernst, bleib mal sitzen. Heuschrecke: „Ehihihi!“ Hallo! Wart mal bitte, ich muss doch … „Hohohohoho!“

Fotografieren Sie mal eine Heuschrecke. Viel Spaß. Besonders auf diesen verdorrten Wiesen, die Frankfurt und Umgebung zurzeit zieren. Nein, fangen wir mit etwas Leichterem an: Nicht fotografieren - zählen Sie einfach mal eine Heuschrecke, oder zwei, oder dreihundertfuffzich. Dazu hat der Nabu aufgerufen. Seine Aktion „Insektensommer“ läuft noch bis zum 12. August, und da gilt es aufzuschreiben, was binnen einer Stunde vorbeikreucht und -fleucht, zum Beispiel den Kleinen Fuchs, den Sieben-Punkt-Marienkäfer, die Ackerhummel, die Blaugrüne Mosaikjungfer, die Streifenwanze.

Allerdings ist so eine Blaugrüne Mosaikjungfer (eine Libellenart übrigens) nicht generell willens und in der Lage, sich zählen zu lassen. Auf den sonnenverbrannten 100 Quadratmetern, die sich das FR-Team ausgesucht hat, am Ende der Niederurseler Landstraße, zwischen Auto- und U-Bahn, wird sich in der nächsten Stunde keine Jungfer blicken lassen, das können wir schon mal verraten, auch keine blaugrüne mit Mosaik.

Aber, wie gesagt: Heuschrecken. Oder heißt es Heupferd? Darüber könnte eventuell die Nabu-App „Insektenwelt“ Auskunft geben – wenn man sie rechtzeitig geladen hätte. Kleiner Tipp: Laden Sie die App schon zu Hause auf Ihr Smartphone, ehe Sie lossuchen. Sie ist 150 Megabyte groß. Wenn Sie damit erst draußen anfangen – sagen wir: in Niederursel, zwischen Auto- und U-Bahn, reicht selbst eine LTE-Funkverbindung nicht für den Download.

Schade. Mit der App hätte man (moderne Technik!) fotografisch-automatisch erkennen können, welche Heuschrecke das ist. Oder welches Heupferd. Wenn man es erwischt hätte. Dann hätte das Gerät aber auch die strohfarbene Heuschrecke (-pferd) im strohfarben versengten Gras erkennen müssen. Mit rotem Bauch übrigens, das Schreckenpferd. So was gibt’s gar nicht. Jedenfalls nicht im Internet. Ladies! Gentlemen! Die FR hat offenbar eine neue Schreckenpferdart entdeckt!

So, jetzt endlich zählen. Unser Gelände enthält Ahornbäume, Holunder, Brombeeren, raue Mengen der ungeliebten Goldrute sowie mysteriöse blaue Blumen, die sich mit nichts vergleichen lassen: vermutlich eine weitere sensationelle FR-Entdeckung. Dort, auf den blauen Blumen, hat sich eine Interessengemeinschaft nektarsuchender Bienen niedergelassen, vier an der Zahl, während die benachbarten Goldruten mehr dem Geschmack der Fliegen entsprechen, die ungefähr zu fünfzehnt dort eingekehrt sind.

Wichtig: Wir zählen stets die Insekten, die gleichzeitig zu sehen sind. Nicht jetzt die 15 Goldruten-Fliegen plus die neun Fliegen, die eine halbe Stunde später auf dem Hundeschiss chillen – nein, das macht nicht zusammen 24 Fliegen, denn es könnten manche (oder sogar alle) auf beiden Partys gewesen sein. Ist ihnen durchaus zuzutrauen.

So, weiter. Eine Wespe. Ein Pferd. Okay, okay, das Pferd ist auf der anderen Straßenseite. Das zählt nicht. Jaha, abgesehen davon ist ein Pferd (ohne Heu) kein Insekt. Aber Insekten machen sich rar in dieser Stunde in Niederursel. Das ist ja das Problem. „Studien zeigen, dass die Insekten in Deutschland deutlich zurückgehen“, beklagt der Nabu. Intensive Landwirtschaft und Pestizide sind schuld - das „Ausräumen“ der Landschaft, um besser produzieren und mehr Geld verdienen zu können, all das führt zum Insektenschwund. Am Ende stehen wir dumm da. Ohne Bienen. Ihnen, aber auch allen andere Insekten müssen wir Lebensraum schaffen, Blumen und Deckung bieten.

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