Lade Inhalte...

Innovationsquartier in Frankfurt Dichter, aber grüner

Planungsdezernent Mike Josef hat neue Pläne für das Innovationsquartier in Frankfurt vorgestellt. Das Areal soll höher und dichter bebaut werden. Dadurch soll mehr Grün erhalten bleiben. Bei den Bürgerinitiativen stoßen auch diese Pläne auf Widerstand.

Der Abenteuerspielplatz darf bleiben. Foto: Rolf Oeser

Das so genannte Innovationsquarter im Nordend soll höher und dichter bebaut werden als zuletzt geplant. An der Friedberger Landstraße werden die Gebäude sechs Geschosse haben dürfen, in der Mitte und im Osten vier. Die Bebauung soll dafür weniger weit Richtung Osten reichen, so dass Platz für einen 70 bis 80 Meter breiten, grünen Korridor entsteht, der den Günthersburgpark und den Wasserpark verbindet. In diesen „Gartenpark“ sollen die dort vorhandenen Freizeitgärten integriert werden. Der Abenteuerspielplatz wird nicht angetastet.

Das sind Eckpunkte eines überarbeiteten Plans zur Bebauung des Areals, den Planungsdezernent Mike Josef (SPD) am Montag präsentiert hat. Bis zur kommenden Sitzungsrunde sollen diese und weitere Änderungen in gemeinsame Anträge der Koalitionfraktionen von CDU, SPD und Grünen einfließen.

Obwohl eine geringere Fläche bebaut werden soll als zunächst vorgesehen, ging Josef davon aus, dass die Zahl der entstehenden Wohnungen weiterhin bei etwa 1500 liegen kann. Von diesen seien mindestens 30 Prozent öffentlich geförderte Sozial- und Mittelstandswohnungen. 15 Prozent der Flächen würden für gemeinschaftliche und genossenschaftliche Projekte reserviert, versprach er vor mehr als 60 Bürgern.

Stadtklimatische Betrachtungen sprächen nicht prinzipiell gegen eine Wohnbauentwicklung auf dem Areal, sagte Josef. Nach Aufstellung des Bebauungsplans werde man aber die klimatischen Auswirkungen des Vorhabens detailliert und in kleinem Maßstab betrachten. Je nach den Ergebnissen könnten die Pläne dann im Detail noch angepasst werden, sagte er.

Nur Wohnungen für „Leute mit Kohle“

Bei Teilen der Opposition und den Vertretern von Bürgerinitiativen stießen auch diese veränderten Pläne auf massive Ablehnung. Michael Müller (Linke) bezweifelte, dass in dem Gebiet bezahlbarer Wohnraum entsteht und ging davon aus, dass sich auch die veränderte Bebauung negativ auf das Stadtklima auswirkt.

Manfred Zieran (Ökolinks) nannte es zwar positiv, dass der Abenteuerspielplatz gerettet sei. Auch er kritisierte aber, dass nur Wohnungen für „Leute mit Kohle“ entstünden. Das Projekt schade zudem Natur, Gesundheit und Klima.

Hansjörg Brecht von der Bürgerinitiative Grüne Lunge lobte zwar, dass die bisherige Planung überarbeitet wurde. Von dem Ergebnis sei er aber tief enttäuscht. Es sei falsch, die letzten Grünflächen im Nordend „platt zumachen“, sagte er und riet, wenigstens den Anteil der zu errichtenden Wohnungen zu reduzieren. „Der Widerstand wird bleiben“, kündigte er an. Thilo Schwichtenberg von der BI Cronberger konnte keinen substantiellen Unterschied zu früheren Plänen erkennen. Er kommentierte: „6 – setzen!“. Ein Familienvater lobte dagegen ausdrücklich, dass in dem Gebiet Wohnungen entstehen sollen. Seit drei Jahren sei er schon auf Wohnungssuche. Und vielen Freunden gehe es ähnlich.

„Viele Leute suchen verzweifelt Wohnraum“, sagte auch Sieghard Pawlik (SPD). In Frankfurt Wohnraum zu schaffen sei angesichts von 40 000 fehlenden Wohnungen die zentrale Aufgabe der Stadt. Der Entwurf habe nach seiner Überarbeitung deutlich an Qualität gewonnen, lobte er.

Michael zu Löwenstein (CDU) nannte die Bebauung des Quartiers „überragend wichtig“. Mit dem neuen Entwurf greife man viele Vorschläge und Anregungen der Bürger auf, sagte er. Ulrich Baier (Grüne) wies darauf hin, dass es sich bei den vorgestellten Plänen noch nur um eine „Skizze“ handele. Die Koalition werde noch nähere Festlegungen etwa zu den Wohnformen treffen.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum