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Innenstadt Selbstgebrautes in uriger Atmosphäre

In der Traditionsgaststätte „Zu den 12 Aposteln“ an der Rosenbergerstraße bieten die Dulajs in Frankfurts erster Hausbrauerei helles und dunkles Bier vom Fass.

Auf der Apostel-Terrasse scheint die hektische Großstadt weit weg zu sein. Foto: christoph boeckheler

Wer die Treppen in der Gaststätte hinabsteigt, findet sich in einem urigen Keller wieder. Holztische und -bänke versprühen einen rustikalen Charme. Heuballen und Holzfässer stehen herum. An den Wänden hängen Girlanden, geflochtene Körbe und Holzräder. Der 80 Plätze bietende Raum ist von Oktober bis Dezember ausgebucht, sagt Inhaber Milli Dulaj. Kein Wunder, ist die Gaststätte „Zu den 12 Aposteln“ an der Rosenbergerstraße doch die erste Hausbrauerei Frankfurts.

Bereits 1988 eröffnete die Brauerei, die einst dem Prinzen von Bayern gehörte. Das Gasthaus im 140 Jahre alten Gebäude in einer Seitengasse nahe der Konstablerwache existiert aber schon länger.

„Wir haben viele Stammgäste und Touristen, die nur wegen des Biers kommen“, sagt Dulaj, der das Haus seit vier Jahren zusammen mit seiner Frau Vilija führt. Zwei Sorten trübes Braubier gibt es im Ausschank: ein helles und ein dunkles mit je 4,6 Prozent Alkoholanteil. „Das dunkle Bier hat noch einen kräftigeren Geschmack“, sagt der Inhaber und kommt ins Schwärmen.

Die Brauerei, deren Inventar aus Ungarn stammt, besteht aus drei Räumen: einem Sudhaus, einem Gär- und einem Lagerkeller. Dort stehen zehn Edelstahltanks, in die Unmengen von Flüssigkeit hineinzupassen scheinen. „Hier wird das Bier kalt gehalten“, erklärt Milli Dulaj, während er gegen einen der riesigen Behälter lehnt.

Nach etwa drei Wochen wandert das Bier durch gekühlte Rohre weiter in die Ausschanktanks. Von dort aus wird es dank des     Drucks von Kohlensäure zu den Zapfhähnen gepumpt. Bis zu 30 Hektoliter Bier verkauft Dulaj so jeden Monat, das Gäste auch abgefüllt in Zwei-Liter-Flaschen oder Fässern mitnehmen können. „Das helle Bier läuft noch etwas besser, aber das dunkle geht auch gut weg. Das selbstgebraute Bier hat einen besonderen Geschmack und ist viel besser als Massenbier“, findet Dulaj.

Wer den Prozess des Bierbrauens kennenlernen möchte, kann das tun: Die Gaststätte „Zu den 12 Aposteln“ ist Station von Brauerei-Rundgängen, die Touristenführer anbieten. Etappenziele sind auch der „Bier-Hannes“ in Fechenheim und das „Braustil“ im Nordend. Der Inhaber des Braustils komme sogar regelmäßig vorbei und schaue dem Meister in den „12 Aposteln“ über die Schulter, sagt Dulaj.

Doch nicht nur wegen des hauseigenen Biers lohnt ein Besuch in den „12 Aposteln“. Außer der urigen Atmosphäre besticht das Lokal auch durch seine Speisen. Das zieht die Besucher in Scharen an: „Wenn es regnet , ist es unten voll“, sagt Dulaj, „und wenn die Sonne scheint, gibt es draußen keinen Platz mehr.“

Nachdem der frühere Inhaber 30 Jahre lang kroatische Küche bot, setzt Milli Dulaj auf gutbürgerliches Essen aus Deutschland – auch wenn sich Gerichte aus dem Balkan auf der Karte wiederfinden. Neben einer wechselnden Wochenkarte gibt es auch ein sogenanntes Stammessen zur Mittagszeit: montags bis donnerstags für je 5,90 Euro pro Portion.

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