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Inklusion an Frankfurter Schulen Sorgen der Eltern nicht zerstreut

Frankfurts Bildungsdezernentin Sarah Sorge stellt ihre Pläne zur Inklusion an Schule vor: Die Wallschule für Kinder mit Lernschwierigkeiten soll geschlossen werden, stattdessen sollen sie nun in Regelschulen unterrichtet werden. Dafür ist auch eine neue integrierte Gesamtschule im Frankfurter Süden geplant.

Frankfurts Bildungsdezernentin Sarah Sorge war gekommen, um zu erklären und zu beruhigen. Auf Einladung des Ortsbeirats Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen erläuterte die Grünen-Politikerin am Freitagabend in der Aula der St.Georgen-Hochschule die städtischen Pläne zur Inklusion an Frankfurter Schulen. Sorge wollte nicht nur das Prinzip Inklusion vorstellen, sondern in der Bürgerfragestunde der Ortsbeiratssitzung auch Ängsten und Vorbehalten in Frankfurts Süden entgegentreten. Und die zeigten sich auch am Freitagabend wieder.

Die Ängste betreffen vor allem die Wallschule in Sachsenhausen. Die Stadt plant, die einzige Förderschule für Kinder mit Lernschwierigkeiten im Frankfurter Süden langsam auslaufen zu lassen. Schüler, die jetzt die Schule besuchen, können dies auch weiter tun, es sollen aber keine neuen Schüler mehr aufgenommen werden.

Stattdessen werden förderungsbedürftige Kinder in Regelschulen unterrichtet – sofern die Eltern es nicht anders wünschen. Eltern aus Sachsenhausen, Oberrad oder Niederrad, die ihr Kind trotzdem auf eine Förderschule mit Schwerpunkt Lernen schicken wollen, müssen in Zukunft wohl weitere Wege in andere Stadtteile in Kauf nehmen.

Martin-Benedikt Schäfer, der für die CDU im Ortsbeirat sitzt, sprach Sorge auf die Problematik an. Die Dezernentin versuchte zu beschwichtigen: In Zukunft müssten wohl „nur wenige Kinder“ auf andere Sprachförderschulen verteilt werden. Die Tendenz zeige, dass zunehmend mehr Eltern ihre förderbedürftigen Kinder auf Regelschulen schicken wollten.

Eine Mutter, deren förderbedürftiges Kind bereits jetzt eine Regelschule besucht, ist Jorinde Gessner. In den Augen der Gründerin der „Initiative Gemeinsam Lernen“ läuft die Inklusion im Frankfurter Süden in Grundschulen bislang gut. Allerdings sorgt sie sich darum, was passiert, wenn die Kinder auf weitergehende Schulen wechseln.

Pläne für neue IGS

Zurzeit gebe es dort nämlich noch keine Integrationsplätze, erklärte sie dem  Ortsbeirat. Laut Sorge soll sich das aber ändern. Die Stadt schmiede gerade Pläne für eine neue Integrierte Gesamtschule im Frankfurter Süden.

Weniger gut läuft Inklusion dagegen aus Sicht der Lehrer – zumindest, wenn man den Worten einer Grundschullehrerin Glauben schenkt. „Inklusion überfordert die Lehrer“, sagte sie am Freitagabend sichtlich aufgebracht. Viele ihrer Kollegen seien nicht gut genug ausgebildet, um förderbedürftige Kinder zu unterrichten – sie selbst inbegriffen.

Ein Bürger stellte die Inklusion gar im Ganzen in Frage. Er befürchte, dass nicht förderungsbedürftige Kinder im Gemeinschaftsunterricht auf der Strecke bleiben würden, und erntete zustimmendes Nicken unter den Zuhören. Obwohl laut Sorge die Erfahrung mit Inklusion gezeigt habe, dass alle Kinder vom gemeinsamen Unterricht profitierten, bleibt für die Bildungsdezernentin wohl noch Überzeugungsarbeit zu leisten.

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