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Inklusion Alle mitnehmen

Gesellschaftliche Teilhabe für alle: Mehrere Hundert Menschen feiern an der Hauptwache in Frankfurt den „Aktionstag Inklusion“.

Können gut miteinander: Grundschülerinnen aus Schwanheim. Foto: ROLF OESER

Der Auftritt wird gefilmt und landet im Internet, deswegen wird er mehrfach wiederholt – am Ende steht ein riesengroßer Ohrwurm. „Inklusiooooon“ singen die Kinder der Schwanheimer August-Gräser-Schule am Samstagmittag auf der großen Bühne an der Hauptwache – und tun dies gleichzeitig in Gebärdensprache. Die Bühne ist Dreh- und Angelpunkt des ersten Aktionstags „Inklusion & Diversity“. Hunderte Eltern und Unterstützer klatschen in die Hände, Kinder lachen oder winken ihren Geschwistern zu – der Regen wird nach Möglichkeit ignoriert.

„Wir sind mit dem Verlauf der Veranstaltung superzufrieden“, sagt Frauke Ackfeld vom Frankfurter Netzwerk Inklusion, dessen Mitglieder das Fest zum ersten Mal auf die Beine gestellt haben. Den Veranstaltern gehe es darum, das Thema Inklusion im Sinne gesellschaftlicher Teilhabe den Menschen nahe zu bringen, die damit sonst nicht in Kontakt kämen, so Ackfeld. Ein Helfer der Initiative mit Beinprothesen habe zum Beispiel kurze Hose angezogen: „Den kann man heute alles fragen, er zeigt es einem.“

Doch der Kontakt mit Inklusions-Neulingen kommt am Samstag nur bedingt zustande. Im Publikum sind viele, die entweder Verwandte mit einer Behinderung haben oder beruflich mit dem Thema in Kontakt kommen. So wie Heike Grimm-Weber von der Lebenshilfe Frankfurt. „Ich bin begeistert, heute gehören alle dazu“, sagt sie. Und dann erzählt sie die Geschichte von einem Mädchen mit Gehbehinderung, das sich in der Schule für einen Ballettkurs entschieden hat. Weil die Lehrerin „ja“ gesagt hat, konnte sie nun am Samstag mit ihren Klassenkameradinnen auf der Bühne sitzen und tanzen. „Solche Menschen braucht es“, sagt Grimm-Weber mit Blick auf besagte Lehrerin.

Von 14 bis 22 Uhr dauerte das Bühnenprogramm, bei dem auch ein Rollstuhltanz und viel Musik aufgeführt wurde. Immer begleitet von der Blind Foundation – einer Band mit blinden Musikern. Ein Höhepunkt stellte neben dem Videodreh dann der Sternmarsch gegen Ende des Tages dar: Von mehreren Seitenstraßen aus zogen Menschen mit Kerzen zur Bühne, wo von Paralympics-Goldmedaillengewinner und Diskusweltmeister Sebastian Dietz eine Fackel für die Inklusion entzündet wurde. „Diese soll in den kommenden Wochen durch alle Bundesländer wandern“, verrät Ackfeld.

Bei aller Freude: Nach Meinung von vielen ist in punkto Inklusion noch ein langer Weg zu gehen: Nach Ansicht der Netzwerkmitglieder muss in allen Lebensbereichen inklusiver gedacht werden.

www.netzwerk-inklusion-frankfurt.de

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