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Inge Werth Ausstellungen würdigen Inge Werth

Zwei Ausstellungen in Frankfurt würdigen das Werk der 86-jährigen Fotografin Inge Werth, die sich in die Einsamkeit zurückgezogen hat

Ausstellungen in Frankfurt
Die Fotografin im Arbeitsraum ihres Hauses in Wehrda bei Hünfeld. Foto: peter-juelich.com

Die schmale Landstraße durchschneidet eine sanfte Hügellandschaft. Winzige Weiler reihen sich aneinander, meist gedrängt um ein Kirchlein. Nebelfetzen geben hinter einer Kurve ein neues Panorama frei. Kein Mensch ist zu sehen am frühen Morgen im Haunetal. Das Ortsschild Wehrda fliegt vorbei. Schließlich ein kleines Bauernhaus an den Wegesrand geduckt, Stapelholz vor der Tür. Hier in der Einsamkeit Nordosthessens wohnt Inge Werth, eine der großen deutschen Fotografinnen der Nachkriegszeit, hier verbringt sie ihren Lebensabend nach Jahrzehnten in Frankfurt am Main.

Gleich zwei Ausstellungen in ihrer früheren Heimatstadt würdigen nun die Arbeit der 86-jährigen. Am heutigen Donnerstag eröffnet in der Galerie „Das Bilderhaus“ im Nordend die Schau „Encuentros con Cuba – Begegnung mit Kuba“, das fotografische Protokoll einer Reise im Jahr 1992. Im August folgt dann im Museum Giersch eine Ausstellung, die Fotos zur Revolte von 1968 zeigt.

Der Besucher taucht ein in die mollige Wärme, die ein brauner Kachelofen in der Ecke verbreitet. Die Wohnstube mit gemütlichem Sofa, eine gußeiserne Lampenkonstruktion hängt tief herunter, eine rote Decke verbirgt den Tisch. Doch Werth hält es nicht lange auf ihrem Stuhl, ungeachtet ihres Alters steht sie lieber oder wuselt durch die Wohnung. Ein Gang durch das Haus durchmisst zugleich das Leben der Fotografin, die viel auf Reisen war, in Israel und Jordanien, im Swinging London 1970, im Paris der 68er-Revolte wie auf Kuba oder im indischen Goa, in Bosnien oder in der DDR des Jahres 1964.

Tatsächlich ordnet die Frau, die in Stettin geboren worden ist, gerade ihr Lebenswerk. Einen Teil davon hat sie bereits an das Institut für Stadtgeschichte in Frankfurt übergeben, vieles erhält aber auch die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin. Ihr Atelier oben unter dem Dach des kleinen Hauses birgt eine überbordende Sammlung von Fotografien, Büchern, Notizheften, Ordnern mit Negativen, Gemälden.

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