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Influenza-Welle Grippe-Rekord in Frankfurt

Landesweit wurden seit Jahresbeginn fast 6000 Fälle registriert. Die Kliniken sind am Limit - auch viele Mitarbeiter sind erkrankt.

Grippe
Auch in Hessen sind derzeit sehr viele Menschen an Grippe erkrankt. Foto: dpa

Rund 200 neue Grippemeldungen in den ersten drei Tagen der neuen Woche – der Leiter der Infektiologie im Stadtgesundheitsamt, Udo Bötsch, geht davon aus, dass es bis zum Wochenende wieder insgesamt 300 Fälle sein werden. In den Wochen davor waren es jeweils bis zu fast 400: „Dieses Jahr ist ungewöhnlich. So viele Grippemeldungen gab es in Frankfurt in den letzten zehn Jahren nicht.“

Angesprochen auf einen Bericht der Hessenschau, wonach der Engpass an Krankenbetten in den Kliniken derzeit so groß sei, dass ein Patient von Rüsselsheim nach Fulda gefahren werden musste, nannte Götsch eine „Ausnahme“. Die Versorgung der Patienten sei „nach wie vor gewährleistet“.

Am Nachmittag, als der aktuelle Influenza-Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts vorlag, zeichnete sich nach Angaben von Götsch sowohl bundesweit als auch in Hessen bei den Grippefällen eine „leichte Abnahme“ ab.

Landesweit wurden seit Jahresbeginn bis zum 12. März 5900 Grippefälle gemeldet. Wie Markus Büttner vom Sozialministerium auf Anfrage bestätigte, hätten viele Krankenhäuser vor allem in den Ballungszentren ihre Kapazitätsgrenze erreicht. Auch die Mitarbeiter der Kliniken könnten grippebedingt ausfallen. „Notzuweisungen“ auch bei voll belegten Kliniken seien „weiter möglich“. Auf die Frage, ob es genügend Krankenhausbetten gebe, antwortete Büttner, dass von 2010 bis 2017 in Hessen 1000 Betten zum Bestand hinzugekommen seien. Man könne nicht sagen, dass man sich auf die jetzige große Belastung habe vorbereiten können.

 

Im städtischen Krankenhaus in Höchst zeichnet sich nach Einschätzung von Pressesprecherin Petra Fleischer ein „leicht abfallender Trend“ ab. „Natürlich haben wir Ausfälle in der Pflege“, so Pflegedienstdirektor Christof Reinmüller. Aber man habe das kompensieren können. Andere Häuser im Bundesgebiet hätten Stationen schließen müssen. „Dieser Kelch ging bislang an uns vorbei, und wir hoffen, dass die Grippewelle langsam abnimmt.“

Bei den Frankfurter Agaplesion-Diakonie-Kliniken war man, so Pressesprecherin Beatrix Salzgeber, davon ausgegangen, dass sich die Lage zum Wochenende entspannen würde. Stattdessen habe es von Sonntag bis Dienstag noch einmal einen Anstieg gegeben. Seit Anfang Februar sei die Belegungsquote „sehr hoch“. Für eine Notfallversorgung sei man aber nach wie vor gerüstet.

Das Universitätsklinikum teilte mit, alle notwendigen Behandlungen würden „selbstverständlich“ realisiert.

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