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Industriepark Höchst Störfall in Höchst

Dienstagnachmittag kommt es zu einem "Stoffaustritt" im Industriepark Höchst. Hochgiftiges Nitrobenzol ist in einer Wolke entwichen. Feuerwehren sind im Einsatz, die Menschen müssen in den Häusern bleiben. Um 17.40 Uhr gibt die Feuerwehr Entwarnung.

14.05.2013 17:07
Werksfeuerwehr des Industrieparks. Foto: Renate Hoyer

Dienstagnachmittag kommt es zu einem "Stoffaustritt" im Industriepark Höchst. Hochgiftiges Nitrobenzol ist in einer Wolke entwichen. Feuerwehren sind im Einsatz, die Menschen müssen in den Häusern bleiben. Um 17.40 Uhr gibt die Feuerwehr Entwarnung.

Um 15.48 Uhr war es - das zumindest wissen die Verantwortlichen im Industriepark der Infraserv im westlichen Frankfurter Stadtteil Höchst genau. Zu diesem Zeitpunkt passiert irgendwo auf dem weitläufigen, verwinkelten Gelände, auf dem zahlreiche Firmen heute angesiedelt sind, ein sogenannter Stoffaustritt.

"Stoffaustritt": Der Euphemismus im Fachjargon bezeichnet einen Unfall. Wie schwer oder leicht der ist, kann eine Stunde später noch kaum wer sagen. Das Gefahrenprogramm des Industrieparks läuft aber. Wie zigfach eingeübt und auch immer wieder im Ernstfall genutzt: Sirenen erschallen und im Radio gibt es Warndurchsagen.

Eine Gefährdung der Bevölkerung kann nicht ausgeschlossen werden, im Hessischen Rundfunk wird davon gesprochen, der ausgetretene Stoff sei "hochgiftig". Es soll sich um Nitrobenzol handeln, eine möglicherweise krebserregende Chemikalie und Grundstoff für die Herstellung von Autolack. Eine Wolke zieht gegen 16 Uhr in Richtung Höchst und Unterliederbach. Die Menschen dort sollen in ihren Häusern bleiben und alle Türen und Fenster geschlossen halten.

Werks- und Berufsfeuerwehr sind im Einsatz, auf dem Werksgelände ist angeblich niemand bei dem Unfall verletzt worden. Inzwischen ist dann klar: Bei Clariant ist der Zwischenfall geschehen. Um 17 Uhr kann die Frankfurter Wehr melden, der Austritt des Stoffes sei mittlerweile gestoppt. Die Löschzüge sind aber weiterhin im Einsatz. Die Berufsfeuerwehr führt Messungen durch, bislang kann sie außerhalb des Werksgeländes keinerlei Spuren des Nitrobenzols feststellen. Die Leute sollen weiterhin nicht rausgehen und auch keine Lüftungs- und Klimaanlagen laufen lassen. Sie sollen Passanten Schutz gewähren und Nachbarn wie nach Höchst oder Unterliederbach Anreisende warnen.

Um 17.27 Uhr schließlich gibt es seitens der Frankfurter Feuerwehr Entwarnung: Ihre Messungen haben keinerlei Nitrobenzol außerhalb des Industrieparks ergeben, die Wolke hat sich offenbar verflüchtigt.

Der HR informiert, dass nach Auskunft der Deutschen Bahn die Zugstrecke zwischen den Stationen Farbwerke Höchst und Frankfurt-Höchst gesperrt sei. Züge der Linie S1 wenden vorzeitig in Hofheim und Griesheim, Züge der S2 wenden vorzeitig in Hofheim und Griesheim. Regionalzüge aus Limburg wenden in Niedernhausen. (FR)

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