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Immobilienmarkt Wohnungen in Frankfurt immer teurer

In Frankfurt steigen die Mieten, da es kaum noch freie Flächen gibt. Jetzt blicken Investoren verstärkt nach Offenbach. Das treibt auch dort die Quadratmeter-Preise in die Höhe.

Auch für Frankfurter attraktiv: eine Wohnung im Offenbacher Neubaugebiet am Hafenbecken. Foto: Renate Hoyer

Obwohl die Mieten und Kaufpreise in Frankfurt in den vergangenen Jahren bereits massiv gestiegen sind, ist eine Trendwende auf dem Wohnungsmarkt nicht in Sicht. Das Immobilien- und Beratungsunternehmen Immoconcept etwa geht davon aus, dass Käufer zum Jahresende im Mittel bereits 4560 Euro pro Quadratmeter für eine Neubauwohnung zahlen werden. Das wären etwa 73 Prozent mehr, als noch im Jahr 2006 zu berappen waren.

Trotz Mietpreisbremse haben nach Zahlen des Immobiliendienstleisters JLL auch die Mieten stark angezogen. Im ersten Halbjahr seien Wohnungen im Mittel für 13,30 Euro pro Quadratmeter angeboten worden, Neubauwohnungen gar für 14,20 Euro pro Quadratmeter, hieß es jüngst in dessen Immobilienmarktbericht.

Und längst sind nicht mehr nur Westend, Sachsenhausen und Nordend teuer. Selbst in Rödelheim werden neue Wohnungen nach am Mittwoch von Immoconcept genannten Zahlen inzwischen zu Preisen von bis zu knapp 4900 Euro pro Quadratmeter im Mittel angeboten. Im Ostend haben Käufer zuletzt sogar bis zu 7590 Euro pro Quadratmeter für eine neue Eigentumswohnung gezahlt. Mieter müssen dort für einen Neubau im Mittel 18,65 Euro pro Quadratmeter hinlegen.

Immer schwieriger wird es zudem, überhaupt eine Wohnung in Frankfurt zu ergattern. Wer eine Immobilie in der Stadt besitzt, behält diese offenbar lieber als sie zu verkaufen. Im ersten Halbjahr wechselte ein Fünftel weniger Immobilien den Besitzer als im Vorjahreszeitraum. Zwar seien für viele beträchtliche Gewinne zu realisieren. Wer verkaufe, wisse aber angesichts der mickrigen Zinsen nicht, wie er das freigesetzte Kapital anlegen soll, erklärte Immoconcept diesen Trend.

Gebaut wird zwar etwas mehr als in den vergangenen Jahren. 2968 Wohnungen wurden den städtischen Statistikern nach 2014 fertiggestellt. Das aber ist nach Einschätzung fast aller Experten viel zu wenig. Angesichts des nach Prognosen anhaltenden Bevölkerungswachstums müssten jedes Jahr 10 000 Wohnungen entstehen, um den Bedarf zu decken, hieß es. Allein der Brexit könne dazu führen, dass bis zu 20 000 Beschäftigte in Frankfurt neue Wohnungen suchten.

Selbst dass 2015 der Bau von 5196 Wohnungen genehmigt worden sei, sei also nur ein schwacher Trost. Etwa ein Fünftel der Baugenehmigungen werde zudem nach Schätzungen der IG Bau nur eingeholt, um das Grundstück für einen höheren Preis verkaufen zu können, sagte Daniel Rauen von Immoconcept. Und auch das trage dazu bei, dass Normalverdiener sich den größten Teil der neuen Wohnungen nicht leisten könnten. Man dürfe nicht außer Acht lassen, dass fast die Hälfte der Frankfurter Haushalte nicht einmal 2000 Euro im Monat zur Verfügung habe, sagte Immoconcept-Chef Bernd Lorenz.

Weil es in Frankfurt kaum noch Bauland gibt, bleiben Bauherren nur noch die Umwandlung bisher gewerblicher genutzter Flächen und Gebäude, die Nachverdichtung und der Blick in die Region. Viel passieren dürfte nach Einschätzungen von Immoconcept besonders in Offenbach. Dort seien derzeit etwa 3700 Wohnungen in Bau, für weitere 5000 Einheiten gebe es dem städtischen Masterplan nach Potenzial. Die Neubauten, etwa auf dem früheren Hafengelände, hätten auch viele Frankfurter in die Stadt gezogen, hieß es. Die Kehrseite der Entwicklung: Auch in Offenbach dürften die Mieten und Preise noch kräftig steigen.

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