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Immobilienmarkt Frankfurt Neues Wohnen auf alten Flächen

Um Flächen für den Bau dringend benötigter Wohnungen zu gewinnen, will die Stadt Frankfurt ungenutzte Flächen aktivieren. Besitzer sollen gezielt angesprochen, Grundstücke gekauft werden.

In Alt-Ginnheim: Das Haus in der Bildmitte ist saniert, rechts davon muss noch aufgewertet werden. Foto: Alex Kraus

Angesichts des anhaltenden Wohnungsmangels in Frankfurt will die Stadt jetzt Brachen für den Wohnungsbau mobilisieren. Dort liege ein Potenzial für mehrere Tausend Wohnungen, schätzt Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne). Er hegt diesen Plan schon länger. Nun wird er in die Tat umgesetzt. „Wir wollen im Herbst eine Gesellschaft beauftragen, die sich um mindergenutzte Grundstücke und Brachflächen in Frankfurt kümmert“, sagt der Bürgermeister im Gespräch mit der FR.

Diese Gesellschaft wird die städtische Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft (KEG) sein. „Wir haben im Aufsichtsrat der KEG einen entsprechenden Beschluss gefasst“, so Cunitz. „Da haben wir jetzt grünes Licht, die KEG soll sich um dieses Thema kümmern.“ Der Bürgermeister ist der Aufsichtsratsvorsitzende der Gesellschaft, an der noch ein privates Ingenieurbüro beteiligt ist. Auch deren Vertreter im Aufsichtsrat stimmte der neuen Aufgabe zu.

Die KEG war ursprünglich gegründet worden, um in Frankfurt von der US-Armee verlassene Flächen zu entwickeln. An ihrer Spitze steht als Geschäftsführer Rainer Wrenger.
Das Vorbild für sein Vorgehen entdeckte der Bürgermeister bei einem Besuch in der belgischen Großstadt Antwerpen. Sie verfügt über eine Tochtergesellschaft, die „Vespa“, die sich der Schrottimmobilien annimmt.

KEG kann Geld aufnehmen

In Frankfurt soll jetzt die KEG Besitzer von Brachen gezielt ansprechen, diese Flächen erwerben und für den Bau von Wohnungen nutzbar machen. „Für diesen Zweck soll ein Liegenschaftsfonds gegründet werden“, so Cunitz. Dieser wird mit Geld ausgestattet.

Geschäftsführer Wrenger kann noch keine Summe nennen. Möglich sei, sagt er, dass das Geld direkt von der Stadt komme. Die KEG könne aber auch, wie sie es bisher schon getan habe, für Projekte Geld auf dem Kapitalmarkt aufnehmen. „Da gibt es noch keine abschließende Festlegung.“

Der Bürgermeister sieht für den Wohnungsbau nutzbare, heute brachliegende Flächen nicht im Zentrum der Stadt, sondern vor allem außerhalb des Anlagenrings.

„Es gibt eine ganze Reihe von Stadtteilen, wo das der Fall ist.“ Ginnheim sei so ein Stadtteil. Cunitz erwartet, dass die Besitzer solcher Areale eher bereit sind, sie zu verkaufen, „wenn eine städtische Gesellschaft an sie herantritt“. Bei der künftigen Entwicklung der Brachen verfolgt der Grüne aber noch andere wohnungspolitische Ziele. „Wir wollen bei der Bebauung mit Wohnungen das gemeinschaftliche Wohnen stärken, Genossenschaften, integratives Wohnen.“ Damit sind zum Beispiel Häuser gemeint, die mehreren Generationen unter einem Dach Wohnraum bieten.

600 Brachen im Baulückenatlas

Aus der Sicht des Planungsdezernenten ist das Potenzial, das sich aus Brachen für den Wohnungsbau gewinnen lässt, recht groß. „Im Baulückenatlas des Stadtplanungsamtes haben wir schon jetzt an die 600 Brachen, die Raum für gut 3000 Wohnungen bieten.“ Dazu kommen laut Cunitz noch andere Grundstücke, die bei der Bauaufsicht bekannt sind.

Die Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft war von der Stadt im Januar 2005 gegründet worden. Ihre Aufgabe war es fortan, Flächen zu entwickeln, die von der US-Armee bei ihrem teilweisen Abzug aus Deutschland in den 90er Jahren verlassen worden waren. Vor allem ehemalige Kasernenareale.

Diese Konversion ist in Frankfurt recht gut gelungen. So entstanden durch die engagierte Arbeit der KEG Wohnungen etwa auf dem Areal der ehemaligen McNair-Kaserne in Höchst oder der früheren Gibbs-Kaserne in Eckenheim.

Derzeit entwickelt die Gesellschaft das einstige Gelände von Möbelcity Wesner in Höchst: Auch hier werden gerade Wohnungen gebaut.

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