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Immobilien Private Bauherren für Schulen

„Sehr spannende Gespräche“ von Frankfurter Politikern bei Immobilienmesse MIPIM. Antwort auf Fragen zu Brexit-Folgen für die Stadt erwartet.

Mipim
In Cannes wird gerade an der Zukunft gebaut. Foto: afp

„Sehr spannende Gespräche“ führte die Frankfurter Delegation am ersten Tag der MIPIM in Cannes, der größten Immobilienmesse der Welt. So trafen sich die Politiker am Boulevard de la Croisette mit privaten Investoren, die Interesse daran zeigten, in Frankfurt Schulen und Kitas zu bauen. „Für diese Firmen sind Bildungseinrichtungen interessante Investitionsobjekte“, sagte Infrastrukturdezernent Jan Schneider (CDU) im Gespräch mit der FR.

Schneider will in weiteren Begegnungen in Cannes eruieren, ob es gelingen könnte, mit privaten Bauherren Kitas und Schulen in Frankfurt schneller und preiswerter zu errichten. Dem CDU-Politiker war bewusst, dass dieses Thema bei den Koalitionspartnern SPD und Grüne in der Römer-Koalition Zündstoff birgt. „Man muss sehen, ob das politisch gewollt ist“, fügte Schneider deshalb hinzu.

„Ich möchte aber auch von den Kollegen aus anderen Städten erfahren, wie die ihre Infrastruktur ausbauen“, sagte der Stadtrat. Am ersten Tag wurde der Frankfurter Delegation auch klar, „dass das Interesse an Flächen für den Wohnungsbau in Frankfurt sehr hoch ist“, so Schneider. Der CDU-Politiker, der auch Liegenschaftsdezernent ist, sagte der FR: „Wenn ich mehr geeignete Grundstücke zur Verfügung hätte, könnte ich sie hier problemlos loswerden.“

Planungsdezernent Mike Josef (SPD) sah sich mit einer „starken Nachfrage“ von Investoren nach Standorten für neue Hochhäuser konfrontiert. Der Stadtrat will aber in jedem Fall einen städtebaulichen Wildwuchs von Türmen überall in Frankfurt verhindern. „Leider hat die Politik darauf in den zurückliegenden 15 Jahren nicht mehr geachtet“, sagte der Sozialdemokrat – ein deutlicher Seitenhieb auf seine Vorgänger Olaf Cunitz (Grüne) und Edwin Schwarz (CDU).

Josef verwies die Investoren gestern darauf, „dass es noch Hochhaus-Standorte mit einem Umfang von 800 000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche gibt“. Noch immer seien Projekte aus dem Hochhaus-Rahmenplan von 2008 nicht verwirklicht. Deshalb brauche es keine neuen Standorte – mit einer Ausnahme: „Über neue Hochhäuser bei Gateway Gardens am Flughafen kann man nachdenken.“

Von der Terrasse aus, auf der sich Frankfurt und die Rhein-Main-Region präsentierten, fiel der Blick direkt auf den Hafen von Cannes. Bei Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen drängten sich die Menschen. Die Präsenz von Stadt und Region auf der MIPIM ist so umfassend wie noch nie. 26 Partner engagieren sich beim Gemeinschaftsstand Frankfurt/Rhein-Main – das sind fünf mehr als im Vorjahr.

Die MIPIM ist die wichtigste Plattform im Jahr für die fünftgrößte deutsche Stadt, um sich internationalen Investoren und Projektentwicklern zu zeigen. Am 15. März wird OB Peter Feldmann (SPD) auf dem Messegelände am Boulevard de la Croisette erwartet. Auch der Chef der Wirtschaftsförderung, Oliver Schwebel, der Leiter des Stadtplanungsamtes, Martin Hunscher, und die Chefin der Bauaufsicht, Simone Zapke, sind präsent.

Ein weiteres Thema der Diskussionen: Wie wird sich der Brexit auf Frankfurt auswirken, welche und wie viele Unternehmen der Finanzwirtschaft könnten nach dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) nach Frankfurt umziehen?

Ulrich Höller, der Vorstandsvorsitzende der German Estate Group (GEG) in Frankfurt, erwartete sich Antworten von der MIPIM: „Darüber, wie sehr Frankfurt vom Brexit profitieren kann, werden wir nach Cannes mehr wissen.“

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Brexit

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