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Immobilien in Frankfurt Wohnungspreise steigen massiv

Eine neue Wohnung in Frankfurt kostet im Schnitt inzwischen fast 5000 Euro pro Quadratmeter. Die Preise sind im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent gestiegen. Der Trend zum Hochhaus wird das Niveau noch deutlich erhöhen.

19.01.2017 14:17
Der neue Henninger-Turm ist ein Wohnhochhaus. Foto: dpa

Der Frankfurter Planungsdezernent Mike Josef (SPD) nennt die Entwicklung dramatisch. Die Preise für neue Eigentumswohnungen sind erneut stark gestiegen. Fast 5000 Euro pro Quadratmeter legten Käufer nach Zahlen des Frankfurter Gutachterausschusses für Immobilienwerte 2016 im Mittel für einen Neubau hin, zwölf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Innerhalb von zwei Jahren ist der Preis um fast 1000 Euro gestiegen.

Der seit Jahren starke Anstieg der Preise hat mit den sehr niedrigen Zinsen, dem Mangel an Bauland in Frankfurt und der auch angesichts des großen Zuzugs riesigen Nachfrage nach Wohnraum in der Stadt zu tun. Stark schlägt sich inzwischen auch der Trend zum Wohnturm nieder – fast jede dritte neue Wohnung, die im vorigen Jahr verkauft wurde, befindet sich in einem der Hochhäuser, die seit einigen Jahren besonders im Europaviertel und der Innenstadt entstehen. In diesen gibt es bis auf die unteren Stockwerke keinen für Durchschnittsverdiener bezahlbaren Wohnraum. Entsprechend stieg die Zahl der Wohnungen, die für einen Quadratmeterpreis von 7000 Euro oder mehr verkauft wurden, um 84 Prozent an. Immerhin 18 Wohnungen wurden sogar für Quadratmeterpreise von mehr als 10 000 Euro verkauft. Als besonders teuer gilt der Onyx-Turm im Westend.

Neues Bauland ausweisen

Der Bau von Wohnhochhäusern sei keine Lösung, um das Wohnungsproblem von Menschen mit mittleren Einkommen zu lösen, sagte Josef am Donnerstag bei der Vorstellung der Zahlen. Zudem bestehe eine Gefahr für das soziale Gefüge der Stadt. Etwa, wenn sich die Bewohner der neuen Türme abschotteten und die angestammte Bevölkerung den Eindruck bekomme, nicht mehr Teil der Stadt zu sein. Auch um eine Verdrängung zu verhindern, sei es dringend nötig, neues Bauland auszuweisen, einen neuen Stadtteil zu schaffen, sagte Josef.

Josef will auch die Zusammenarbeit mit der Region verstärken. Geplant sei etwa, dass der städtische Wohnungskonzern ABG, die Wiesbadener Stadtentwicklungsgesellschaft und eine Landestochter eine Projektgesellschaft gründen, die bei der Entwicklung von Bauland hilft, verriet er.

Auch weil es Jahre dauern würde, bis eine Ausweitung des Angebots einen Effekt hätte, rechnet der Vorsitzende des Gutachterausschusses, Michael Debus, mit weiter steigenden Preisen und Mieten. Mindestens zehn Wohnhochhäuser seien noch in Planung, der Marktanteil der Wohnungen im Turm werde weiter steigen.

Bisher spricht einiges dafür, dass die in Frankfurt entstandenen Eigentumswohnungen in Wohntürmen nicht in erster Linie als Kapitalanlage gekauft werden. 81 Prozent der Käufer haben ihren Wohnort laut Gutachterausschuss in Deutschland. Von den in Deutschland lebenden Käufern ist jeder zweite in Frankfurt gemeldet. Weitere 40 Prozent leben im Umland oder dem Einzugsgebiet. Die Investoren der Wohntürme versprechen sich aber, wie Debus bestätigte, einen steigenden Anteil von Käufern aus dem Ausland.

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