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Imkerei Mehr Bienen in die Stadt

CDU und Grüne wollen ein Bienenvolk am Römer ansiedeln und hoffen auf höhere Biodiversität in der Großstadt. Zunächst muss dafür aber eine geeignete Dachfläche her.

Imker Wolfram Becker auf dem Dach des Senckenberg Naturmuseums. Auch am Römer soll nun ein Volk angesiedelt werden. Foto: Michael Schick

Der Biohaushalt der Stadt Frankfurt steht auf dem Spiel. Doch es fehlt nicht etwa Geld, es fehlen Bienen. Deshalb wollen CDU und Grüne die Insekten in den Römer holen.

Mit ihrem aktuellen Antrag, auf einer geeigneten Fläche in der Nähe des Römers ein Bienenvolk anzusiedeln, engagieren sich die Stadtverordneten Birgit Czerny (Grüne) und Michael zu Löwenstein (CDU) aktiv zum Schutz von Honigbienen. Die Insekten sind ein wichtiger Teil einer gesunden Umwelt und sorgen durch das Bestäuben von Blütenpflanzen für den Erhalt der Artenvielfalt. Die industrielle Landwirtschaft mit ihren großen Flächen von Monokulturen gefährdet immer stärker die Existenz von Bienen.

Seit einigen Jahren widmen sich deshalb Forschung und Zivilgesellschaft wieder stärker dem Erhalt der knapp 560 Bienenarten in Deutschland. Viele Initiativen arbeiten daran, Bienen in Städten anzusiedeln. Czerny und zu Löwenstein haben die Verantwortung der Stadtpolitik erkannt und machen den Schutz der Bienen zum Thema im Römer.

Bewohner fürs Bienensterben sensibilisieren

Für die Umsetzung des Projekts haben sich die Stadtverordneten an Institutionen gewandt, die in Frankfurt an mehreren Standorten bereits erfolgreich Stadtimkerei betreiben: die Künstlergruppe finger, die auf dem Dach des Museums für Moderne Kunst und am Alten Flughafen Bonames Bienenvölker hält und betreut. Und das Projekt „Deutschland summt“ der Berliner Stiftung Mensch & Umwelt. Es zielt darauf ab, Honigbienen in deutschen Großstädten anzusiedeln und die Reichweite prominenter Institutionen dafür zu nutzen, die Bedeutung der Biene für den Menschen zu transportieren. In Frankfurt sind das die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, das MainÄppelHaus am Lohrberg und die Kreditanstalt für Wiederaufbau.

„Deutschland summt“ will möglichst viele Stadtbewohner für das Thema Bienensterben sensibilisieren und sie zudem zu einer nachhaltigen Lebensweise motivieren.

„Die grundlegende Idee unsere Arbeit ist, der Stadtbevölkerung zu verdeutlichen, dass die Umwelt um sie herum lebt und dass die Bienen als Bestäuberinsekten für die Herstellung einen sehr großen Teils unserer Nahrungsmittel essenziell ist“, sagt der Projektleiter von „Deutschland summt“, Cornelis Hemmer.

Um ein Bienenvolk in der Nähe des Römers anzusiedeln, muss nun zunächst eine geeignete Dachfläche gefunden werden. Der Betrieb eines Bienenvolks ist laut Hemmer hingegen wenig aufwendig.

Der Honig, der von den Bienen produziert wird, ist eines unserer gesündesten Lebensmittel, denn er enthält wertvollen Fruchtzucker. „Die Stadt bietet eine Vielzahl an blühenden Pflanzen, von denen sich die Honigbienen ernähren können. Die Vielfalt der zum Teil auch exotischen Pflanzen im Palmengarten oder im Botanischen Garten sorgen außerdem dafür, dass der Honig der Stadtbienen ein ausgewogeneres Aroma aufweist als Honig vom Land, wo die Bienen oftmals nur Felder von Monokulturen wie Raps oder Mais vorfinden“, sagt Andreas Wolf von der Stadtimkerei finger.

Neben dem positiven Effekt auf die Biodiversität der Stadt, zu deren Erhalt die „Römer-Bienen“ beitragen werden, kann der von ihnen produzierte Honig auch noch als Werbemittel vertrieben werden.

Hemmer und Wolf freuen sich über das Engagement der Frankfurter Politiker. „Es ist wichtig, dass die Vertreter der Stadt bei diesem Thema Stellung beziehen und als Multiplikatoren arbeiten“, sagt Hemmer.

Mehr Informationen zum Thema unter: www.frankfurt.deutschland-summt.de und www.fingerweb.org

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