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Horst Seehofer Maaßen-Deal ärgert Planungsdezernent Mike Josef

Frankfurts Planungsdezernent Mike Josef (SPD) bedauert die Absetzung von Bau-Staatssekretärs Gunther Adler im Zuge des Maaßen-Deals. Dies sei ein schwerer Schlag auf dem Weg, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

SPD in Frankfurt
Frankfurts Planungsdezernent Mike Josef hält die Absetzung von Staatssekretär Gunther Adler für falsch. Foto: peter-juelich.com

Der umstrittene Maaßen-Deal stößt auch in Frankfurt auf Unverständnis, denn damit Hans-Georg Maaßen als Verfassungschef abgelöst und als Staatssekretär ins Innenministerium wechseln kann, muss Gunther Adler, ein 55 Jahre alter SPD-Mann und Experte fürs Wohnen und Bauen, in den einstweiligen Ruhestand versetzt werden.

„Die Absetzung dieses ausgewiesenen Fachmanns ist ein schwerer Schlag für unsere Anstrengungen, mehr bezahlbaren Wohnraum in den Großstädten zu schaffen“, kommentierte der Frankfurter Mike Josef (SPD) die mit Zustimmung der SPD geplante Personal-Rochade von Innenminister Horst Seehofer (CSU). Adler habe sich mit dem Aufbau des „Bündnisses für bezahlbares Wohnen und Bauen“ über alle Parteigrenzen einen Namen gemacht. Er sei ein „unprätentiöser Fachmann, dem es immer um die Aufgabe ging und nicht um parteitaktische Spielchen.“

Josef findet die Versetzung des Staatssekretärs in den einstweiligen Ruhestand um so bedauerlicher, da dieser mit der Vorbereitung des Wohngipfels am kommenden Freitag im Bundeskanzleramt in Berlin betraut gewesen war. „Dass ein solcher Fachmann zwei Tage vor dem groß angekündigten Wohngipfel vom Bundesbauminister in den einstweiligen Ruhestand versetzt wird, ist aus meiner Sicht nicht nachvollziehbar“, sagte er.

Baustaatssekretär Adler war erst am Wochenende in Frankfurt gewesen und hatte den Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik in der Frankfurter Paulskirche eröffnet, eine der wichtigsten und größten Tagungen zum Thema Stadtentwicklung und Wohnen in Deutschland. Horst Seehofer in seiner Eigenschaft als Bundesbauminister wollte während des Kongresses eine Rede halten, sagte dann aber seine Teilnahme kurzfristig „aus terminlichen Gründen“ ab.

GdW-Präsident Gedaschko hält Absetzung Adlers für  Unding

Auch für Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, ist die Abberufung Adlers als Staatssekretär ein Unding. „Sie ist eine herbe Hiobsbotschaft für unsere gesamte Branche und ein Unding in einer Zeit, in der es darum geht, mit allen Kräften im Lande für deutlich mehr bezahlbares Wohnen zu sorgen. Hier wird mitten im Rennen das beste Pferd vom Platz genommen.“ 

Ähnlich äußerte sich auch Andreas Ibel, Präsident des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW). „Die Abberufung von Baustaatssekretär Gunther Adler ist ein erheblicher Verlust in den Bemühungen, mehr bezahlbaren Wohnraum in Deutschland zu schaffen. Die Bundesregierung verliert einen hochqualifizierten und integren Fachexperten, der bei allen Akteuren der Immobilienbranche hohes Ansehen genießt.

Wie Planungsdezernet Josef bedauerte auch Ibel, dass die Abberufung Adlers zwei Tage vor dem Wohnungsgipfel geschah. Dies sorge in der Immobilienbranche für große Unruhe und Besorgnis.

Wie Bundeskanzlerin Angela Merkel am Rande des EU-Gipfels in Salzburg sagte, soll Gunther Adler eine neue Aufgabe übernehmen. Sie habe seine Arbeit „immer sehr geschätzt“, sagte Merkel. Adler solle sehr schnell „eine ihm angemessene und auch seinem Erfahrungsschatz entsprechende Position“ gegeben werden.

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