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Holzhausenschlösschen Schloss und Teich sind weg

Das Holzhausenschlösschen erfindet sich neu – und den Schlossweiher gleich mit. Das barocke Denkmal wird für drei Millionen Euro generalüberholt, der Teich wird entschlammt. Im Sommer 2014 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Mitarbeiter des Forellenguts Taunus spähen im Holzhausenweiher nach den Weißfischen. Foto: Morgenstern

Das Holzhausenschlösschen erfindet sich neu – und den Schlossweiher gleich mit. Das barocke Denkmal wird für drei Millionen Euro generalüberholt, der Teich wird entschlammt. Im Sommer 2014 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Ausgeräumt und abgefischt: Holzhausenschlösschen plus Teich sind jetzt mal weg. Am Mittwoch hat die Nutzerin Frankfurter Bürgerstiftung ihren Abschied bis Sommer 2014 verkündet. Schlossherr Clemens Greve zeigte sich gleichwohl so beweglich wie immer: Er veranstaltet Konzerte und andere Programme solange eben außerhalb. Dagegen wirkten all die in Eimern gestapelten glitzernden Weißfische wie erstarrt. Ihnen nämlich stand mit dem Umzug ins Forellengut Taunus eine Reise ohne Wiederkehr bevor.

Das Schlösschen wird für drei Millionen gestiftete Euro saniert. Der Fußboden der zweiten Etage wird dabei fast vollständig rausgebrochen, so entsteht im ersten Stock Platz für einen hohen, zweigeschossigen Kammermusiksaal samt Empore. Denn seit Jahren gastieren Weltklassekünstler in dem barocken Baudenkmal. Und die sollen da endlich den gebührenden „Rahmen mit der bestmöglichen Akustik“ vorfinden.

Platz für bedrohte Fischarten

Der Weiher wird zugleich für rund 160.000 städtische Euro entschlammt. Dafür wird bis Dienstag das ganze Wasser abgepumpt. So musste Fischzuchtmeister Rolf Herzberger gestern den Bewohnern des künstlich angelegten Wassergrabens mit dem Elektro-Fanggerät nachstellen. Später will der Experte aus dem Taunus in das Gewässer „so bedrohte Fischarten reintun“. Damit, wie er erläuterte, die Vögel im Holzhausenpark „was zu fressen haben“. Mögen auch die Weißfische fernbleiben, der Fischer hat den biologischen Kreislauf zu beachten. Da steht auch Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) dahinter, die zum Start der Sanierung auftrat und die Bürgerstiftung über den grünen Klee lobte: „Ich wünschte, wir hätten öfter so ein Engagement.“

Die Bürgerstiftung ist ja in dem (städtischen) Schloss nur Mieter, wenn auch „bis 2049“, wie Geschäftsführer Greve veröffentlichte. Trotzdem umsorgt sie, immer gemäß dem Willen des Stifters Adolph von Holzhausen, auch die von Miniermotten traktierte Kastanienallee. Außerdem den ganzen Park, wo Schlossherr Greve an Sonntagen den kleinen Kickern wegen ihrer den Boden aufwühlenden Stollenschuhe nachstellt: „Hier spielen nur Plattfüßler!“ halte er den Jungs als Devise entgegen und predige, „Verantwortung zu übernehmen“, für den von zu vielen Nordendmenschen benutzten Garten.

Kinderbibliothek zieht ein

Im Mittelpunkt aller Bemühungen aber steht die 1989 aus dem Dornröschenschlaf erweckte „Oede“ der Stifterfamilie. Außen wird jetzt das Entree neben der Brücke neu gestaltet. Aus dem Foyer soll die Theke verschwinden. In den kleinen Saal links davon zieht die Kinderbibliothek ein, mit Bücherregalen und Lesepulten. An das Treppenhaus, das beim Umbau vor 18 Jahren errichtet wurde, kommt ein rollstuhlgerechter Fahrstuhl. Im dritten Stock will man ein Kaminzimmer mit Bibliothek einrichten.

In dem neuen Kammermusiksaal mit ansteigenden Sitzreihen sollen 190 Gäste Platz haben. Es sei möglich, die abgebrochene Decke zwischen erster und zweiter Etage bei einer anderen Nutzung später wieder zu schließen. Das 180 Jahre alte Schlösschen hat ja schon vielen Zwecken gedient: Erst war es Sommerhaus, dann Lager, dann Museum. Jetzt ist es ein Bürgerhaus.

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