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Holiday on Ice in Frankfurt Sprünge, die neidisch machen

Holiday on Ice gastiert in Frankfurt mit der knallbunten Tour „Showtime“ zum 75. Jubiläum. Außer der festen Crew begeistern die Olympiasieger Aljona Savchenko und Bruno Massot.

Die Kostüme sind so kreativ wie verrückt. Zuständig ist Michael Sharp. Der Kostümdesigner hat schon Jennifer Lopez und Sarah Jessica Parker eingekleidet. Foto: Michael Schick (Michael Schick)

Und plötzlich ist man Teil dieser knallbunten Welt: So eine wilde Mischung aus Great-Gatsby-Party, Alice im Wunderland, Zirkus und zwischendrin auch mal dunkler Zauberwelt. Es sieht so schön aus, als wäre es so easy wie ein Spaziergang, wenn die Eiskunstläufer in ihren Glitzerkostümen durch die Show gleiten, springen, tanzen. Sprünge, auf die man schon ein bisschen neidisch ist. In einer Szene rennen zwei der 40 Eiskunstartisten sogar in ihren Matrosen-Outfits auf ihren Schlittschuhen von der Eisfläche und liefern sich auf normalen Boden eine lustige Verfolgungsjagd. 

Willkommen bei der aktuellen Tour von „Holiday on Ice“. Am Mittwochabend kamen in die Festhalle knapp 3000 Zuschauer zur Frankfurter Premiere von „Showtime“. So heißt das Programm zum 75. Jubiläum. Was einst als kleine Eisrevue in einem Hotel in Ohio begann, ist mittlerweile zum weltweiten Kult geworden. Bis einschließlich Sonntag kann das Programm noch angesehen werden. 

Vor und nach der Show fotografieren sich die Fans, die irgendwo zwischen drei und 80 sind, vor der leeren Eisfläche mit dem „Holiday on Ice“-Logo. Fürs Familienalbum oder Instagram. Einige erhoffen sich auch ein Selfie mit den Olympiasiegern im Paarlauf Aljona Savchenko und Bruno Massot. Bei einer ihrer zwei Nummern am Abend präsentieren sie sogar ihre Olympia-Kür. Manche verschlucken sich beim Zuschauen fast am Eiskonfekt, so fasziniert sind sie, wie Savchenko weit oben in der Luft sich dreifach dreht. Oder wie ihr Partner sie nur mit einer Hand festhält und sie sich in Liegeposition wenige Zentimeter über dem Eis dreht. Später betont Bruno Massot, dass jeder das erlernen könne: „Jeder hat Talent, davon bin ich überzeugt. Man muss aber eben bereit sein, sehr hart zu trainieren.“ Einwände lässt er da nicht zu. „Jeder kann, wenn er will. Punkt.“ 

Die Gaststars sind nur bei der Premiere dabei. So auch wie die 13-jährige Lena Sommer aus Reichelsheim (Wetterau). Sie hatte sich vorab als eine der fünf besten Bewerberinnen aus ganz Deutschland qualifiziert. Sie steht seit ihrem vierten Lebensjahr auf Schlittschuhen und trainiert fünfmal in der Woche beim LSC Bad Nauheim. In Oberstdorf bekam sie bei einem Workshop Tipps und Tricks direkt von den Olympiasiegern.

Denn ganz allein darf sie vor Beginn des zweiten Aktes eine Kür bei der Premiere präsentieren. „Hör auf die Musik und geh in die Knie, hat mir Aljona eben noch vor meinem Auftritt als Tipp mitgegeben“, erzählt sie. „Es war der Wahnsinn, aber ich war auch sehr aufgeregt. Bei meinen Wettkämpfen schauen meine Familie und ein paar Bekannte zu. Hier bei ‚Holiday on Ice‘ sind es hingegen viel mehr Leute“, sagt Sommer und lacht. Nach dem Auftritt sagt sie: „Das war schon sehr cool. Ich wollte gar nicht mehr runter von der Bühne.“

Doch erst mal geht die Show mit den Eiskunst-Profis weiter. Eine richtige Geschichte gibt es bei „Holiday on Ice“ eigentlich nie, genauso ist es auch bei „Showtime“. Es ist eher eine lose Erzählung. Im ersten Teil wird das Casting für die Uraufführung im Jahr 1943 nachgespielt. Zuvor wird bei einer großen Jubiläumssause Twist auf dem Eis getanzt. 300 handgefertigte Bilder sorgen auf der LED-Leinwand für noch mehr Buntheit. Die Szenerie und Musik ist etwas zwischen Lady-Gaga-Konzert und Audrey-Hepburn-Liebesfilm. Eine Romanze zwischen Casting-Direktor und Startänzerin mit pinkfarbenem Haar entwickelt sich. Es passieren so viele Dinge gleichzeitig, dass man manchmal überfordert ist, alle grandiosen Sprünge, Pas de deux, Drehungen und Tänze zu erfassen. 

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