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Höchst Gesamtkunstwerk Höchst

Der Stadtteil bietet eine Fülle an Wahrzeichen. Nun ist ein neues Buch zur Justinuskirche erschienen.

23.11.2016 19:29
Antonia Groß
Alles Wahrzeichen: das Schloss (links), die alte Stadtmauer, die Justinuskirche (rechts). Foto: christoph boeckheler*

Wolfgang Metternich schüttelt den Kopf: Ein offizielles Wahrzeichen von Höchst gibt es nicht. Und er muss es wissen, der Kunst- und Industriehistoriker kennt sich mit der Geschichte des Stadtteils so gut aus wie kaum ein anderer. Mehr als 50 Jahre forscht und schreibt er über die Entwicklung von Höchst.

„Es ist das gesamte Altstadtensemble, das als sinnbildlich gelten könnte, keiner der Bauten taugt einzeln dazu.“ Metternich hat ein beliebtes Motiv früherer Ansichtskarten vor Augen: „Von der Fähre oder der südlichen Mainseite aus sieht der Stadtteil nicht nur attraktiv aus, er hat auch eine einzigartige historische Geltung.“

Das Auge streift Schloss, Justinuskirche, den prunkvollen Bolongaropalast und die alte Stadtmauer. Darüber prangen die drei Türme – von Schloss, evangelischer und Josefskirche. „Auf einen einzigen Blick erfasst man fast 600 Jahre Stadtgeschichte.“ Nicht das Wahrzeichen, wohl aber das berühmteste Kulturdenkmal des Stadtteils, ist für den Experten die Justinuskirche. Mächtig ruht das Bauwerk zwischen Bolongarostraße und Mainuferpromenade. Es gehört mit seinen bald 1200 Jahren zu den ältesten weitestgehend erhaltenen karolingischen Kirchen in Deutschland und birgt eine Vielzahl an historischen Schätzen.

So zum Beispiel die Kapitelle, im Fachjargon ist das die Bezeichnung für die obersten Abschlüsse der tragenden Säulen: „Im Europa nördlich der Alpen gibt es so gut erhaltene Kapitelle heute nur noch ein einziges Mal“, betont Metternich.

Seit der Fertigstellung im Jahr 850 nutzen die Höchster Frankfurts ältestes bewahrtes Bauwerk in seiner Funktion als Kirche. Die Stiftergemeinschaft Justinuskirche investiert seit 1983 in die Instandhaltung und Wiederherstellung der barocken, gotischen und karolingischen Bestandteile des Gotteshauses.

32 Seiten zur Historie

Zur Buchmesse hat Wolfgang Metternich deshalb einen neuen Führer veröffentlicht, am Dienstag hat er ihn am Ort der Erzählung vorgestellt. Auf 32 Seiten können sich Besucher über die Geschichte des Bauwerks vom Gründungsjahr bis zu den jüngsten Restaurierungsarbeiten informieren. Aktuelle Fotos begleiten den Leser dabei. „Schwerpunkt soll die nachvollziehbare Rekonstruktion des Gesamtwerks sein“, sagt der Autor.

Zurück zum Wahrzeichen. Metternich überlegt noch immer, was als Erkennungszeichen dienen könnte. Neben Altstadt und Bolongaropalast fallen ihm auch Turm und Brücke des Peter-Behrens-Baus im Industriepark ein, die bis 1997 als Logo der Hoechst AG weltweite Berühmtheit erfuhren. Der Schluss liegt nahe: Die Kombination macht’s. Alt- und Neustadt, Kulturdenkmäler und Industriecharme, Marktplatz und Dönerbuden – Höchst hat eben viel zu bieten.

Der Führer zur Justinuskirche ist in der Kirche selbst, im Buchhandel oder online zu vier Euro erhältlich. Die gesammelte Literatur zur Kirche ist außerdem online einsehbar auf: www.justinuskirche.de

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